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Alt 25.07.2005, 20:19     #57
Albert   Albert ist offline
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GP Ungarn - Vorschau

Wenn die Formel 1 am Sonntag, dem 31. Juli 2005, in Budapest zu ihrem 13. Saisonrennen startet, liegt WM-Lauf Nummer sechs gerade einmal zehn Wochen zurück. Am 22. Mai begann in Monte Carlo die heiße Sommerphase der Formel 1 mit acht Rennen binnen zehn Wochen. Die unmittelbar aufeinander folgenden Rennen in Hockenheim und Budapest bilden das vierte GP-Doppelpack. Nach dem Großen Preis von Ungarn auf dem sehr engen Hungaroring erwarten die Teams zwei rennfreie Wochenenden.

Nick Heidfeld:
"Mir gefällt der Hungaroring sehr gut. Es gibt dort jede Menge Kurven und kaum Geraden. Die Streckencharakteristik allein macht das Fahren dort schon anstrengend, zudem ist es um die Jahreszeit in Budapest meistens sehr heiß. Neben der Ideallinie ist die Strecke immer sehr staubig. Das heißt: Man verliert sofort Zeit, wenn man neben die sauber gefahrene Bahn gerät.

Ich habe gute Erinnerungen an den Hungaroring. Ich habe dort nicht nur Rennen gewonnen, sondern 1999 auch die Formel-3000-Meisterschaft."


Mark Webber:
"Der Hungaroring war immer ein gutes Pflaster für mich, und ich fahre dort auch gern mit einem Formel 1. Überholen ist dort etwa so schwierig wie in Monte Carlo, obwohl der Hungaroring kein Stadtkurs ist. Es ist meistens sehr heiß, und die Strecke verändert sich stark im Laufe des Wochenendes. Freitags ist sie noch extrem schmutzig, weil dort nicht so viele Rennen stattfinden. Die F1 muss jedes Jahr erstmal die Strecke sauber fahren. Wegen der schlechten Überholmöglichkeiten ist ein gutes Qualifying entscheidend. Außerdem sollte man in der Startaufstellung links stehen, weil die rechte Fahrbahnseite keinen Grip bietet. Budapest hat also einige Besonderheiten. Für die vielen Kurven braucht man sehr guten aerodynamischen Abtrieb und muss die Reifen sehr gut verstehen.

Ich reise gerne nach Budapest, zumal die Formel 1 dort immer herzlich willkommen geheißen wird. Außerdem ist die Stadt sehr schön. Ich würde sie mir auch gerne mal im Winter anschauen, es kann dort sehr kalt werden und sehr viel Schnee geben."


Sam Michael (Technischer Direktor WilliamsF1):
"Der Hungaroring ist ein technischer Kurs. Die Fahrer müssen einen guten Rhythmus finden, weil die Kurven ineinander übergehen. Man fährt mit maximalem Abtrieb. Untersteuerndes Fahrverhalten kann zum Problem werden, das muss man bei der Abstimmung berücksichtigen. Die Strecke verändert sich durch den zunehmenden Gummiabrieb der Formel-1-Reifen im Laufe des Wochenendes stärker als die meisten anderen Kurse.

Wir werden wieder einige Aerodynamik-Verbesserungen für den FW27 parat haben. Wegen der Testpause kommen sie praktisch direkt aus dem Windkanal. Michelin wird uns zwei Sorten Reifen zur Verfügung stellen, die wir vor dem Rennen in Hockenheim in Jerez ausprobiert haben. Wir sind überzeugt von der verbesserten Leistungsfähigkeit unseres Autos, die sich beim GP Deutschland angedeutet hat."


Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
"Mit 48 Prozent pro Runde weist der Hungaroring nach Monaco den zweitniedrigsten Volllastanteil der Saison auf. In Budapest sind es die thermischen Bedingungen, welche die Motoren an ihre Belastungsgrenzen treiben. Bei hochsommerlichen Temperaturen, wie wir sie dort schon oft erlebt haben, gibt es in dem Talkessel der Rennstrecke einen regelrechten Hitzestau. Weil außerdem lange Geraden fehlen, droht ein Mangel an Kühlluft. Abhängig von den tatsächlich herrschenden Temperaturen werden die Kühlluftaustrittsöffnungen im freien Training angepasst. Große Öffnungen senken die Motortemperatur, beeinträchtigen jedoch die Aerodynamik. Auf Basis der Messwerte vom Samstag und der Wettervorhersage für Sonntag muss der optimale Kompromiss gefunden werden.

Mit dem Großen Preis von Ungarn geht eine Phase der Formel-1-WM 2005 zu Ende, die den Teams alles abverlangt hat. Das Rennen ist das achte innerhalb von zehn Wochen. Anschließend folgen zwei rennfreie Wochenenden, außerdem herrscht bis Ende August Testverbot - eine von vielen Teammitgliedern ersehnte Verschnaufpause."




Zahlen und Fakten:

Strecke/Datum: Hungaroring/31. Juli 2005
Startzeit (lokal/GMT): 14:00 Uhr/12:00 Uhr
Runde/Renndistanz: 4,381 km/306,663 km (70 Runden)

Sieger 2004:
Michael Schumacher (Scuderia Ferrari Marlboro)

Pole 2004:
Michael Schumacher (Scuderia Ferrari Marlboro), 1.19,146 min

Rundenrekord:
Michael Schumacher (Scuderia Ferrari Marlboro), 1.19,071 min (2004)

F1-Statistik
BMW WilliamsF1 Team:
97 Starts, 10 Siege, 17 Polepositions
WilliamsF1 vor 2000:
356 Starts, 103 Siege, 108 Polepositions
BMW vor 2000:
97 Starts, 9 Siege, 15 Polepositions


Historie und Hintergrund:

Der Große Preis von Ungarn wird seit 1986 und somit 2005 zum 20. Mal ausgetragen. Die Strecke wurde wiederholt umgebaut, zuletzt für den GP 2003. Damals verlängerte sich der Kurs von 3,975 Kilometer auf 4,381 Kilometer. Die heutige Variante ist der längste Hungaroring, den es je gab. Selbst die erste Streckenführung (1986 bis 1988) maß nur 4,014 Kilometer. Der Hungaroring liegt etwa 20 Fahrminuten nordöstlich der Innenstadt.

Vor der Zeitrechnung der aktuellen Formel-1-WM wurde 1936 in einem Park an der Stadtgrenze von Budapest ein Rennen ausgetragen. Sieger war Tazio Nuvolari mit einem Alfa Romeo.

WilliamsF1 gewann 1986 mit Nelson Piquet den ersten Grand Prix von Ungarn und siegte bei sieben der 19 dort ausgetragenen GP. Nigel Mansell brachte in Ungarn 1992 seinen Titel unter Dach und Fach. In der Geschichte des BMW WilliamsF1 Team sind zwei dritte Plätze (2002 und 2003) die bislang besten Platzierungen auf dem Hungaroring.

1873 wurden die beiden die Donau säumenden Orte Buda und Pest vereinigt. Die sie verbindende Kettenbrücke (Bauzeit 1839-49) ist ebenso ein Wahrzeichen der Stadt wie das barocke Königsschloss, das auf der Buda-Seite über der Stadt thront. Das enge Burgviertel und die Uferzone wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Städtebaulich großzügiger präsentieren sich klassizistische Prachtbauten, Grünanlagen und Boulevards auf der Seite der Pest-Ebene.

Jeder fünfte Ungar lebt in seiner Hauptstadt, das sind rund zwei Millionen. Vor allem die Donau als Handelsstraße, aber auch zahlreiche heiße Quellen haben zum Aufstieg der Stadt beigetragen. Budapest ist wirtschaftliches und kulturelles Zentrum des Landes, besitzt zahlreiche Universitäten und Museen.
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