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Alt 20.05.2005, 08:19     #1
Albert   Albert ist offline
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Die BMW Group Mobile Tradition auf der Mille Miglia 2005

Die BMW Group Mobile Tradition auf der Mille Miglia 2005


Mit 12 PS auf die Mille Miglia: Reichle/Lapp gehen mit BMW Isetta 250 an den Start+++Isetta und BMW 507 feiern 50. Geburtstag+++Alexander Zanardi auf BMW 507 dabei+++22 BMW Teams am Start +++ Boni/Barzizza auf BMW 328 fahren um den Damenpokal

München/Brescia. Es ist wieder soweit: am 19. Mai finden sich die Traumwagen vergangener Epochen in Brescia ein. Was dann folgt, ist ein italienisches Phänomen, ohne das die Klassikwelt deutlich ärmer wäre: Hunderttausende von Zuschauern begleiten die PS-starken Boliden auf den tausend Meilen von Brescia über Ferrara und Rom wieder zurück an den Ausgangsort. Getragen vom einzigartigen Enthusiasmus der jubelnden Fans zieht damit eine Karawane von automobilhistorischen Pretiosen durch Landschaften, die ihresgleichen suchen.
Dies ist die richtige Bühne, um zwei ganz besondere Jubiläen authentisch zu begehen: Sowohl der BMW 507 als auch die BMW Isetta feiern dieses Jahr ihren 50. Geburtstag. Und obschon sich beide Automobile in ihrem Charakter deutlich unterscheiden, vereint sie doch ein besonderes Privileg: Sie sind auf der Mille Miglia startberechtigt, nachdem sie in den fünfziger Jahren die klassische Ausgabe des Rennens durch Nord- und Mittelitalien fuhren.

Für die BMW Group Mobile Tradition übernimmt es das Team Jörg Reichle/Holger Lapp, auf einer BMW Isetta 250 der großvolumigen Konkurrenz die Zähne zu zeigen. Der Leiter der BMW Group Mobile Tradition, Holger Lapp, und der Journalist Jörg Reichle bewegen das weiß - blaue "bubble car" in unmodifiziertem Zustand - weder am Motor noch am Fahrwerk wurden Tuningmaßnahmen durchgeführt. Das zweite von der Münchner Klassiksparte eingesetzte Team trägt einen klingenden Namen - Giorgia und Luca Ferrari fahren eine BMW Isetta 300. Ist der Einsatz der Isetten für die BMW Group Mobile Tradition noch Neuland, so haben Mercandanti/Mercandanti schon seit einigen Jahren die Herzen der Zuschauer erobert. Damit ist neben den beiden Werksisetten noch eine dritte, private Isetta mit im Teilnehmerfeld dabei.

Als Präsident der italienischen Tochtergesellschaft der BMW Group bestreitet Marco Saltalamaccia im BMW 507 die Neuauflage des Klassikers. Sein Partner im Team hat Motorsporterfahrung auf höchstem Niveau: Der ehemalige Formel-1 Pilot und aktuelle WTCC Fahrer Alexander Zanardi bewegt zusammen mit Saltalamaccia den V8 Roadster, der vielen als eines der schönsten Autos gilt. Zanardi hatte in den letzten Jahren durch sein Comeback auf BMW Tourenwagen von sich Reden gemacht. Ein zweiter BMW 507 (Trucco/Domenico - Italdesign) ergänzt das Starterfeld der 50-jährigen.

Wie gewohnt zeigt die BMW Mobile Tradition auch wieder Schätze aus den 30er Jahren. So startet Michael Ramstätter, Leiter Öffentlichkeitsarbeit von Europas größtem Automobilclub ADAC, zusammen mit Richard Gaul, dem Pressechef der BMW Group, in einem klassisch - schönen BMW 327 Cabriolet. Die überaus erfolgreiche Geschichte des BMW 328 bilden gleich vier Teilnehmerfahrzeuge ab: Franca Boni und Monica Barzizza nehmen auch dieses Jahr wieder den Damenpokal fest ins Visier und sind für Platzierungen unter den ersten 15 gut. Aus den USA angereist, bewegen Kurt Liedtke (CEO Bosch USA) und Michael Klein (CEO Murray´s Discount Auto Parts) einen BMW 328 in der Serienausfühurng. Eine Hommage an den Gesamt - und Teamsieg von BMW bei der Mille Miglia 1940 stellen zwei weitere Fahrzeuge dar: Das BMW 328 Mille Miglia Coupé, Original Siegerwagen der Mille Miglia 1940, wird pilotiert durch Professor Burkhard Göschel, Vorstand für Entwicklung und Einkauf der BMW AG - zusammen mit seinem Copiloten Jürgen Kübler ein erfahrenes Team. Prinz Leopold von Bayern teilt das Cockpit mit Chris Bangle, dem Chefdesigner der BMW Group. Ihr Fahrzeug war 1940 maßgeblich am Teamsieg beteiligt; der BMW 328 Mille Miglia Roadster belegte damals den 3. Platz der Gesamtwertung.

Das Team der BMW Group Mobile Tradition wird erneut ergänzt durch zahlreiche private Teams. Damit ist das Feld der teilnehmenden BMW erneut ein faszinierendes Abbild der Automobilhistorie - in einem Leistungsspektrum von 12 bis 150 Pferdestärken.
Weitere Informationen zur aktuellen Auflage der Mille Miglia
sind unter http://www.millemiglia.it zu finden.

Die Isetta auf der Mille Miglia

Es war die Sensation der Mille Miglia 1954: Am 1. Mai gingen in der Klasse Turismo Serie Speziale unter 70 Startern auch sieben Iso Isetta an den Start. Das Teilnehmerfeld wurde - wenig überraschend - dominiert von über dreißig FIAT 500, aber auch der Renault 4 CV mit 747 ccm war mit 20 Exemplaren gut vertreten. Die Iso Isetta hatte mit ihrem 236 ccm - Motorchen nur eine Chance: durchhalten. Tatsächlich belegte die bestplatzierte Isetta Rang 30 in ihrer Klasse - weniger überzeugendes Spurtvermögen als vielmehr zahlreiche Ausfälle der Konkurrenz sorgten für dieses gute Resultat. Wie groß jedoch der Abstand zum Sieger Ascari war, verdeutlicht ein Vergleich der Zeiten: Ascari passiert nach 11 Stunden, 26 Minuten und 10 Sekunden die Ziellinie, während die Isetta mit 22 Stunden, 04 Minuten und 52 Sekunden fast doppelt so lange für die Runde durch Nord - und Mittelitalien benötigte. Damit errang das Fahrerteam M. Cipolla/L. Brioschi Rang 175 in der Gesamtwertung - vier Konkurrenten (darunter drei weitere Isetten) sind noch langsamer.

Die 22. Mille Miglia von 1955 sieht nur noch vier Iso Isetten am Start. Bei strahlendem Sonnenschein machten sich die vier Fahrzeuge auf den Weg - um mit Bestzeiten im Vergleich zum Vorjahr das Ziel in Brescia zu erreichen. Erneut setzte Mario Cipolla die Maßstäbe im Feld der Isettafahrer. Die Verbesserung auf 20 Stunden, 04 Minuten und 52 Sekunden rührte unter anderem daher, dass sich Cipolla zur Verbesserung des Leistungsgewichtes entschlossen hatte, seinen Beifahrer aus dem Fahrzeug zu entfernen. Zum Vergleich: Die Sieger der Mille Miglia 1955 - Moss/Jenkinson - waren gerade einmal zehn Stunden früher über die Ziellinie gefahren......

Die Mille Miglia 1955 bedeutete gleichzeitig das Ende dieses heroischen Kapitels im Motorsport. Spätere Einsätze der Isetta auf der Mille Miglia sind jedenfalls nicht bezeugt. Trotzdem hinterließ die Isetta durchaus einen guten Eindruck. Giovanni Lurani schrieb im gleichen Jahr: "Das kleine Isetta "bubble car" und sein fähiger Lenker Mario Cipolla erreichten ein außerordentlich interessantes Ergebnis. Ihre Durchschnittsgeschwindigkeit lag nämlich um rund 2 km/h über dem Schnitt, den Minoja bei seinem Sieg während der ersten jemals ausgetragenen Mille Miglia in 1927 fuhr."
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