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Alt 19.01.2005, 08:19     #5
Albert   Albert ist offline
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4. So produziert man Freude am Fahren: Der BMW 3er in der Produktion.

Die Historie der 3er Reihe ist eng mit dem BMW Stammwerk München verbunden. Dort startet mit dem „Barockengel“ BMW 501 1952 die Automobilproduktion, 1955 geht die legendäre Isetta in Serie. Aber erst mit der „Neuen Klasse“, dem BMW 1500 und seinen Nachfolgern gehen ab 1962 die Stückzahlen steil nach oben. So werden von der 02-Baureihe in München insgesamt 850 000 Fahrzeuge gefertigt.

Start für das neue Volumenmodell aus München.

Für die erste Generation der neuen 3er Reihe, deren Serienproduktion im Juni 1975 anläuft, werden im Werk München neue Fertigungsanlagen installiert. Mit dieser Modernisierung können die Fahrzeuge erstmals kundenspezifisch gefertigt werden.

Nachdem 1977 die Produktion der großen Sechszylinder-Modelle wie der BMW 2800 und der BMW 3.0 Si ausläuft, konzentriert sich das Werk München nun ausschließlich auf die Herstellung der 3er Modelle.

Die Nachfrage ist so groß, dass schon 1978 der fünfhunderttausendste BMW 3er das Werk München verlässt. Weil die Fertigungskapazitäten dort aber bald nicht mehr ausreichen, um die erforderlichen Stückzahlen zu produzieren, springt 1980 das BMW Werk Dingolfing ein. Dort werden bis 1983 neben dem 5er und 7er auch Fahrzeuge der 3er Reihe montiert. Die Versorgung der Montage mit Rohkarosserien übernimmt nach wie vor der Karosseriebau im Werk München.

CKD-Fertigung im Ausland.

Ende der 70er-Jahre beginnt zusätzlich die CKD-Montage von 3er Limousinen in Asien, später auch in Südafrika. Diese erste Fertigungsstätte im Ausland ist für BMW ein erster Schritt zur Erschließung neuer Märkte durch die Produktion vor Ort. In den nächsten Jahrzehnten baut das Unternehmen diese Aktivitäten schrittweise aus und zeigt Präsenz in allen Wachstumsmärkten.

Bis 1983 stellt die erste 3er Generation mit 1,36 Mio. produzierten Einheiten einen neuen Rekord auf. Noch nie zuvor wurden so viele Fahrzeuge einer BMW Modellreihe gefertigt.

Das Netzwerk wird weiter ausgebaut.

Mit der zweiten Generation, die 1982 debütiert, erfährt die 3er Fertigung einen Technologiesprung. Der Karosseriebau im Werk München wird mit Hilfe von Schweißrobotern weitgehend automatisiert. In der Montage nimmt durch die zunehmende Individualisierung, die umfangreichere Motorenpalette und die zusätzlichen Varianten wie Cabrio, touring oder Allrad die Variantenvielfalt zu.

Mit dem weiterhin großen Erfolg der 3er Reihe muss BMW in den 80er Jahren die Fertigungskapazitäten erweitern. Ein Ausbau des Standortes München kommt nicht in Frage, weil das ehemals vor den Toren Münchens liegende Werk längst an seine Grenzen stößt. Trotz der Entlastung durch das Werk Dingolfing ist die Errichtung eines dritten Werks unumgänglich. Auf der Suche nach einem geeigneten Standort fällt die Wahl auf Regensburg.

Ein neues Werk nur für den 3er.

Das neue Werk Regensburg nimmt 1986 zunächst mit einer Montagehalle die Automobil-Produktion auf. Dort rollen am 17. November die ersten 3er Fahrzeuge vom Montageband. Bis zur Inbetriebnahme der Lackiererei und des Karosseriebaus im Jahr 1990 versorgt das Werk Dingolfing die Montage in Regensburg mit lackierten Karosserien. Das 3er Cabrio, das bis 1986 vom BMW Partner Baur gebaut wurde, stellt BMW ab 1987 in Regensburg in eigener Regie her.

Mit vereinten Kräften gelingt es den drei deutschen BMW Werken, die große Nachfrage zu befriedigen. Die Rekordmarke des Vorgängers wird fast verdoppelt, denn zwischen 1982 und 1993 verlassen 2,34 Mio. 3er der zweiten Generation die Werkstore.

BMW 3er, der Global Player.

Die dritte Generation des Bestellers, die Ende 1990 in Serie geht, wird international. Neben der Produktion in den drei deutschen Werken und den Montagewerken im Ausland entscheidet sich die BMW Group für eine weitere Internationalisierung. Ein entscheidender Schritt dabei ist das neue BMW Werk in Spartanburg/South Carolina. Damit folgt die BMW Group der erfolgreichen Strategie, mit der Produktion in die wichtigsten Absatzmärkte zu gehen. Um Anlaufschwierigkeiten mit einem neuen Produkt in dem völlig neuen Werk zu vermeiden, baut das Werk zunächst Fahrzeuge der 3er Reihe. Dabei stehen die deutschen Werke, in denen der 3er schon in stabilen Prozessen gefertigt wird, unterstützend zur Seite. Im September 1994 rollt dort schließlich der erste 318i vom Band.

Im selben Jahr startet im Stammwerk München die Produktion der neu konzipierten fünften Karosserievariante, der 3er compact. Während seiner gesamten Produktionszeit wird dieses Modell in allen Varianten ausschließlich im Werk München gefertigt. Dort entsteht auch der 316 g mit bivalentem Erdgasantrieb.

Clean production weltweit.

Mit der dritten Modell-Generation halten bedeutende Produktionstechnologien Einzug in der 3er Reihe. So werden unter anderem ab 1996 Decklacke auf Wasserbasis und ab 1997 weltweit erstmals im Werk Dingolfing die umweltschonende Pulverklarlack-Technologie eingesetzt.

In der Zwischenzeit hat sich auch das BMW Werk in Südafrika gewandelt. Zug um Zug wird es von einer reinen CKD-Fertigung bis 1997 zu einem Vollwerk mit sämtlichen Technologien aufgerüstet.

Bis zum Modellwechsel ab 1998 hat es die dritte Fahrzeuggeneration trotz der kürzeren Modelllaufzeit geschafft, die Produktionszahlen der Vorgänger zu toppen: 2,7 Mio. Neufahrzeuge aus den Werken München, Regensburg, Dingolfing, Spartanburg und Rosslyn werden weltweit abgesetzt.

Änderungsflexibilität und Termintreue.

Als 1998 die vierte Generation auf den Plan tritt, ist die Produktionstechnik in den BMW Werken auf maximale Flexibilität ausgelegt. So ist zum Beispiel das Hauptband in der Montage so konzipiert, dass Fahrzeuge unterschiedlicher Modellreihen in beliebiger Folge produziert werden können.

Der BMW Group ist es gelungen, mit dem Kundenorientierten Vertriebs- und Produktionsprozess (KOVP) die internen Prozesse zu straffen und eine erstaunliche Änderungsflexibilität zu erreichen. Änderungswünsche können heute bis sechs Tage vor dem Montagebeginn berücksichtigt werden, ohne den verbindlich zugesagten Auslieferungstermin zu gefährden.

Auch in der nachhaltigen Produktion hat die BMW Group Erstaunliches geleistet. So ist im Vergleich zum Vorgänger der Energieverbrauch pro Einheit um mehr als 18%, die Abfallmenge um 15% und das Prozessabwasser um 27% zurückgegangen.

Die vierte Generation hat sich schließlich zum erfolgreichsten Vertreter der 3er Reihe entwickelt: Bis Ende 2004 wurden bereits mehr als drei Millionen Neufahrzeuge in alle Welt ausgeliefert.
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