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Uberto 05.07.2012 17:07

Opel Insignia OPC Unlimited Limousine
 


Farbe: Graphitschwarz metallic
EZ: 6/2012
km-Stand: 1.248 km (Abgabe)
gefahrene Strecke: 658 km
Nutzungsprofil: 10% Stadt / 40% BAB (140-200km/h) / 40% Überland
Verbrauch: 13,3l/100km
Leistung: 325PS
Drehmoment: 435Nm
Hubraum: 2,8l V6-Turbo
0-100km/h: 6,5s
Vmax: 265km/h

LP (Testwagen): 58.825€


Ausstattung:
- 20" Leichtmetallräder Y-Speiche
- Lederausstattung
- OPC Unlimited Paket (aerodynamische Verkleidungen am Unterboden, Aufhebung der Vmax-Begrenzung, OPC-Brembo Bremsanlage)
- Parkpilot vorn und hinten
- Infinity Soundsystem
- Handyvorbereitung mit Blutooth
- 230V Steckdose in Mittelkonsole im Fond
- Zwei-Zonen Klimaautomatik
- Diebstahlwarnanlage
- Reifendruckkontrollanzeige
- el. Schiebedach
etc.


Karosserie / Innenraum:
Wer sich gerne mit dem Thema Tuning beschäftigt, die Marke Opel vergöttert und ein Fahrzeug sucht, dass für den Alltag gewabnet ist, für den bietet das Opel Performance Center (OPC) die Familienlimousine Insignia in besonderes sportlicher Form an. Äußerlich macht der Rüsselsheimer schon einen sehr stattlichen und schweren Eindruck. Durch die weit ausgestellten Radhäuser und Tieferlegung wirkt der Insignia OPC wie ein Sumoringer in der Hocke vor Kampfbeginn.
Die Front wird von silbern eingefärbten Lufteinlässen geprägt, die wie Vampirzähne bei näherem betrachten wirken. In Verbindung mit dem LED-Tagfahrlicht sorgt der OPC so für den standesgemäßen Auftritt auf der linken Spur der Autobahn und beim nächsten Wörthersee, ähh Oschersleben Treffen... Die Seitenlinie stellt bis auf die schönen 20" Leichtmetallräder keine Besonderheit da, so dass der nächste Blick der Heckpartie gilt. Diese bleibt ebenfalls recht unauffällig und wird nur von einem kleinen Heckspoiler in der Heckklappe und den eckigen, silbern eingefassten Auspuffendrohren dominiert. Das normale Insigniamodell von der Stange ist somit immer gut erkennbar, wenn auch gleich an der Front die größten Veränderungen statt gefunden haben.
Im Innenraum erwarten Fahrer und Beifahrer wunderschöne Recaro-Ledersportsitze, die einen sehr guten Halt bieten und auch optisch wunderbar passen. Das Leder fasst sich wirklich sehr gut an und hat der Fahrer einmal in den Sitzen platz genommen, entsteigt er diesen auch nach längeren Etappen ohne Schmerzen. Das Cockpit selbst entspricht dem Serienmodell praktisch 1:1, jedoch gibt es 2 zusätzliche Schalter, ein eigenes Lenkrad und Schaltwippen für das Automatikgetriebe. Die Verarbeitung wirkt sauber, die Materialanmutung ist gut, allerdings nervte das Testfahrzeug mit starken Knarzgeräuschen aus dem Bereich der Mittelkonsole um den Schalthebel herum und zudem knarzte die Plastikverkleidung am Lenkradkranz stetig. So hinterlässt der Insignia hier ein eher schlechtes Bild, da nach kurzer Zeit sich auch noch der Schalter für die Innenraumüberwachung aus seiner Verankerung am Dachhimmel löste und dem Fahrer entgegen hing.
Die Platzverhältnisse sind auf den vorderen Plätzen großzügig, allerdings nervt die sehr breite Mittelkonsole ein wenig, da das Knie dort oft gegen stößt. Im Fond ist der Fußraum sehr freizügig, was jedoch nicht für die Kopffreiheit gilt. Auf Grund der stark abfallenden Dachlinie fühlen sich Personen über 1,8m sehr unwohl und stoßen schnell mit dem Kopf am Dachhimmel an.
Der Kofferraum bietet ausreichende Platzverhältnisse, wenn gleich der Laderaum eher tief ist als mit Ladehöhe zu glänzen. Die Heckklappe schwenkt extrem weit nach oben, was durchaus sehr schnell in niedrigen Parkhäusern zu unliebsamen Kontakt mit der Decke führt und so unansehnliche, tiefe Kratzer im Lack verursacht.
Das Bedienkonzept des Insignia ist leider sehr unglücklich geraten, da Opel im Innenraum erstens zu viele Schalter verbaut hat und zweitens diese sehr unüberlegt verteilt hat! Zudem ist die Bedienung durch zwei fast identische Dreh- und Drückknöpfe unnötig verkompliziert. Der eine Schalter befindet sich in der Mittelkonsole, der anderen hinter dem Schalthebel in etwas ungünstiger Grifflage. Das Navigationssystem arbeitet nach etwas längerer Eingewöhnungsphase sehr gut und genau, das aufpreispflichtige Infinity-Soundsystem konnte jedoch auf keiner Linie überzeugen. So bot es einfach zu wenig Klang, kaum Einstellmöglichkeiten und akustisch war es auch keine Offenbarung. Eine Koppelung des Handys mit dem Infotainmentsystem klappte gut und die Sprachqualität der Freisprecheinrichtung war ebenfalls gut.
Was Opel wirklich sehr gut gelungen ist, ist das so genannte AFL+ Licht. Das adaptive Xenon-Licht bietet eine absolut hervorragende Ausleuchtung in der Nacht mit toller Reichweite im Abblendlichtmodus. Der Fernlichtassistent hingegen arbeitet nicht zuverlässig und darf getrost weiterschlafen ;)

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Motor / Getriebe:
Unter der breiten und schweren Stahlmotorhaube arbeitet ein 2,8l V6 Motor, der von einem Turbolader zwangsbeatmet wird. Laut Hersteller entwickelt der Motor stattliche 325PS und 435Nm Drehmoment. Die Kraft wird über ein 6-Stufen Automatikgetriebe an alle 4 Räder geleitet was für stattlichen Vortrieb im Alltag sorgen sollte ...
Trotz des stattlichen Hubraums von 2,8l entwickelt der Motor im unteren Drehzahlbereich bis etwa 2.400U/min kaum Kraft. Der Turbolader greift zudem sehr sanft ein und scheint hier ebenfalls kaum zu wirken, außer nach einem Schaltvorgang, wo der Motor in ein kleines Turboloch fällt. Beim ausdrehen ist der Motor zudem sehr unelastisch und scheut eher die oberen Drehzahlbereiche, so dass der Fahrer schon frühzeitig zum Schalthebel greift und manuell die nächste Gangstufe einlegt. Im Alltag fährt sich der OPC Insignia sehr unauffällig und ruhig, wenn da nicht das Automatikgetriebe wäre, dass die Gänge unnötig lange hält so gerne mit 2.500-3.000U/min durch die Lande fährt, als ein bis zwei Gänge hinauf zu schalten und ruhig dahin zu gleiten. Will der Fahrer das Potential des OPC einmal komplett ausloten, heißt es im Prospekt er solle dazu den OPC-Button drücken und das gesamte Leistungsspektrum dieses "Ausnahmesportlers" könne dann erlebt werden. Was sich dann jedoch tun soll nach drücken des OPC-Knopfs erschließt sich mir nicht. Ja, das Fahrwerk ist nun bretthart und die Beleuchtung des Instrumentenkombi wechselt auf die Farbe rot, aber mehr passiert da dann auch nicht. So spricht das Triebwerk nicht direkter an oder die Automatik wechselt schneller die Gänge, nein davon passiert leider nichts! Hmm, vllt ist da ja noch der Sound, der den OPC auszeichnet...?! Zunächst werfe ich einen Blick in den Herstellerkatalog des OPC und finde dort zum Motor- und Auspuffklang folgendes:
"Für den zum Auftritt passenden „Soundtrack“ ist ebenfalls gesorgt:
Was die Hochleistungsabgasanlage von Remus an Klangbildern erzeugt, ist Musik in Kennerohren – extra komponiert von den OPC Akustikspezialisten."
Ähm, liebe Opelaner, ich weiß nicht was ihr euch da angehört habt, aber Klangbilder (!!) produziert der OPC in keiner Weise! Er brummt einfach konstant und immer gleich. Das ist ehrlich gesagt alles und einfach zu wenig. Remus ist eigentlich ein Hersteller, der wirklich tolle Auspuffklangbilder komponieren kann, aber in diesem Fall ist es wohl ein Reinfall auf ganzer Linie. Zu Beginn klingt der OPC ja wirklich interessant, aber wenn man den Wagen dann etwas länger bewegt hat, stellt man schnell fest, wie monoton der Klang des Antriebs ist.
Nun stellt sich der geneigte Leser sicherlich die Frage, was an diesem Antrieb also gut ist. Ist es dann die Ökobilanz?! Hmm, leider ist auch dies nicht die Stärke des OPC. So verfeuert der Rüsselsheimer den fossilen Brennstoff in seinem 70l-Kraftstoffbehälter selbst bei zurückhaltender Fahrweise unverschämt ungezügelt. Wer den Wagen auf der BAB oft über 140km/h fährt schafft Verbräuche unter 14l sicherlich nicht, sondern nähert sicher eher der 16-18l-Grenze! Im Alltag mit wechselndem Einsatzgebiet und gemischter Fahrweise kam ich so auf einen inakzeptablen Wert von 13,3l/100km!
Es gibt jedoch einen Vorteil, den der Opel Insignia OPC allen Tunerfans und Tempojunckies bietet => er darf ohne elektronische Abregelung rennen, was in diesem Fall 265km/h bedeutete.

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Fahreigenschaften:
Kommen wir zum eigentlichen Kapitel des OPC, in dem er sich wirklich gut behaupten kann. Das Thema Fahrwerk! Hier haben die Rüsselsheimer dem Insignia schon in der Basis ein tolles und ausgewogenes Fahrwerk mit gegeben, welches durch das Performance Center noch einmal etwas fein geschliffen wurde. Der OPC liegt wunderbar satt auf der Straße und bietet im normalen Modus einen erstaunlich guten Federungskomfort. So sprechen die Dämpfer auf schlechten Pisten sauber an und geben nur grobe Unebenheiten merklich an den Innenraum weiter. Selbst Querfugen meistert der Opel souverän. Erst im SPORT- oder OPC-Modus ist schluß mit Komfort und die Limousine poltert deutlich und ungeniert über jeden kleinen Kieselstein. Im Alltag bietet sich so der normale Modus an, denn selbst mit den riesigen 20" Rädern ist hier der Restkomfort optimal gelöst.
Soll es einmal schneller durch die Lande gehen stolpert der OPC über ein nicht zu verachtendes Problem, sein Gewicht! Der OPC wiegt leer stattliche 1.810kg, die sich alleine schon durch Automatik, schweren Graugußmotor und Allradantrieb erklären. Zudem setzt Opel nicht auf leichte Materialien, was etwa die schwere Stahlmotorhaube zeigt. Scheucht man also die schwere Limousine über eine kurvige Landstraße schlägt sich der OPC eigentlich ganz passabel. Kaum Seitenneigung in Kurven, gutes Einlenkverhalten und saubere Traktion machen ihn gut beherrschbar. Tastet man sich dann etwas an das Limit des Fahrwerks heran, schiebt der Wagen schnell über die Vorderräder hinweg und die sonst um die Mittelage gut ansprechende Lenkung wird zunehmen indirekt und schwammig. Gerade bei schnellen Richtungswechseln schafft es die Lenkung nicht mehr dem Fahrer eine direkte Verbindung zur Straße zu bieten. Die Servounterstützung ist dann deutlich zu hoch und eine saubere Linie nur bedingt fahrbar.
Auf der Autobahn zeigt das Fahrwerk dann wieder seine Vorzüge und so liegt der OPC dann bei SPORT wunderbar ruhig auf der Straße, so dass höhere Tempi auch gut fahrbar sind.
Ein Lob verdient die Brembo-Bremsanlage. Sie bietet sehr gute Verzögerungswerte und einen gut definierten Druckpunkt, wodurch sie ein stets sicheres Gefühl dem Fahrer vermittelt.

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Fazit:
Was bleibt nun alles fest zu halten?
Der Opel Insignia OPC bietet einen optisch krawalligen Auftritt, einen Antrieb der nicht mehr zeitgemäß und langweilig ist und ein Fahrwerk, das mehr könnte, es jedoch auf Grund des hohen Gewichts des Fahrzeugs nicht kann.
Knapp 60.000€ sind eine Menge Holz für ein so unausgewogenes Fahrzeug, welches leider nur für eingefleischte Opel-Fans einen Kauf wert sein dürfte...

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Uberto 06.07.2012 16:49

So hier noch ein wenig Bildmaterial zum Fahrzeug:

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ThunderRoad 06.07.2012 18:32

Ich hatte kürzlich erst einen im Rückspiegel - die Wuchtbrumme fällt da schnell auf :)

Das Interieur macht einen halbherzigen Eindruck. Links overstylt, rechts das langweiligste Cockpit, was man sich vorstellen kann. Viele Knöpfe mit miserabler Beschriftung und direkt aneinander. Außerdem scheinen runde Lenkräder - außer BMW - vom Aussterben bedroht zu sein. In einem kleinen, engen Lotus sehe ich ja noch Sinn drin, die untere Hälfte abzuflachen - aber in einem riesigen Pampers-Bomber :confused:

Verbrauchsmäßig düfte ein 535i bei vergleichbarer Leistung und Raumangebot wohl um einiges sparsamer sein. Aber die Kombination Grauguß-Block und Turbo scheint mir eine Einladung an die Hardcore-Tuningfraktion zu sein. Vielleicht wird der Insignia "Manta-Edition" ja der kommende Supra- und Skyline-Killer auf dem Drag-Strip :D

freakE46 06.07.2012 22:41

Dafür müsste der Wagen deutlich entschlackt werden... :D

Ich hatte mir vom Insignia OPC auch mehr versprochen, aber meine (relativ kurze) Fahrt zeigte da nur Ernüchterung. Den Durchzug fand ich da auch etwas schwach, den Allradantrieb etwas unkoordiniert und das Automatikgetriebe einschläfernd. Wenn man bedenkt, dass der Antrieb eher zur betagten Sorte gehört und der Insgnia eine Menge an Gewicht mit sich bringt, ist ein Verbrauch von 13 bis 15 Liter bei einigermaßen flotter Gangart noch im akzeptablen Rahmen - Erwartungsbereich eben. Man sollte auch bedenken, dass der ECE-Verbrauch des Insignia OPC nicht zu viel (bzw. zu wenig) verspricht...

Aber ein 535i ist mit seinem deutlich moderneren, ausgeklügelterem Antrieb (Twin Power Turbo mit DI und Valvetronic, xDrive, 8-Gang-Wandlerautomatik) deutlich sparsamer - bei gleichzeitig besseren Fahrleistungswerten.

Dennoch ist der Insignia OPC gewissermaßen eine Besonderheit, da er nahezu frei jeglicher Konkurrenz ist. Ihm fehlt diese geschliffene, langweilige Perfektion eines wesentlich teureren Audi S4 oder 335i. Er hat seine Mängel - aber auch einen überschaubaren Preis und zudem kein allzu schlechtes Image. Der Insignia OPC ist eine echte Ansage aus Rüsselsheim, nicht zuletzt dank seines eher prolligen Auftretens.

Halunke 07.07.2012 10:23

Zitat:

Der Insignia OPC ist eine echte Ansage aus Rüsselsheim, nicht zuletzt dank seines eher prolligen Auftretens.
Allerdings, jedoch überzeugt diese Ansage wohl die Wenigsten. Wer derart dick aufträgt,
wie Opel bei mit Insignia OPC, von dem erwarte ich mehr.
Verbrauchswerte von 15 Liter sind selbst bei einem 300PS Fahrzeug nicht mehr standesgemäß.
Der hier schon genannte 535i nimmt sich bei schonender Gangart über 5 Liter weniger.

Schätze das Auto wird nur eingefleischte Opel-Fans ansprechen. Für den gestressten
Familienvater im 530er reicht es an der Ampel nicht, trotz wuchtiger Front und prollige
Auspuffanlage.

youngdriver 07.07.2012 10:57

WEnn ich schon 6-Stufen Automatik lese geht bei mir der Laden runter. Entweder da klatscht man ein DKG dran oder eine 8-Gang Wandler aber keine uralte 6-Stufen Wandler. Kein Wunder kommt der nicht in die Puschen.

Die Optik finde ich noch ganz ok, der Neupreis überrascht mich. Dachte dafür muss man nur so 45k€ auf den Tisch legen. Für das Geld kriegt man echt was anderes. S4/335i

Für mich krankt das Ding, ohne es gefahren zu haben, an der 6-STufen Automatik. Da was aktuelles rein und Beschleunigung und Verbrauch sehen gleich anders aus.

Der hat doch aber Allrad oder?

VANDIT 07.07.2012 10:58

Ich find es lustig, dass sich der Opel am 535i messen muss. Anscheinend spielen 26.000 Euro Mehraufpreis für den BMW keine Rolle. Auch ist der Opel verglichen mit dem 335xi ca. 14.000 Euro lt. Liste günstiger, und da Opel mehr Rabatt gewährt, fällt der Unterschied unterm Strich noch größer aus. Die Kritik wäre berechtigt, wenn der Opel in der Preislage eines BMWs spielen würde, aber das tut er nicht.

Ich finde aber auch, dass der OPC optisch zu dick aufträgt. Diese Zeiten sind vorbei ...

Martin 07.07.2012 11:12

Ein 2.8 Liter mit dem Verbrauch? Etwas unzeitgemäß. Haben die kein Blue oder ED Programm??

Uberto 07.07.2012 12:04

Also messen muss sich der OPC wohl mit BMW 335xi oder Audi S4, wenn man diese "Premiumkonkurrenz" nimmt. Ansonsten wäre da noch:
VW Passat V6 4-Motion (ab 42.800€) oder dem Skoda Superb 3.6 V6 4x4 DSG (ab 34.800€)

Und gerade gegen Passat und Superb sieht der OPC IMHO kein Land!

driver 7 07.07.2012 16:34

Zitat:

Zitat von Uberto (Beitrag 2951630)
Und gerade gegen Passat und Superb sieht der OPC IMHO kein Land!

Gegen wenn sieht er dann Land?
wenn ich mal die Fahrleistungen mit dem 335 Cabrio Automatik vergleiche:
19PS mehr,
35NM mehr
Gewicht fast gleich
Beschleunigung eindeutig schlechter trotz 4x4
vom Verbrauch sprechen wir gar nicht.

Wenn man dann noch den Preiszerfall anschaut, lieber ein :top: gebrauchten 335 oder S4, beide nicht so protzig und mehr fahrspass

Martin 07.07.2012 16:56

Zitat:

Zitat von driver 7 (Beitrag 2951671)
Gegen wenn sieht er dann Land?
wenn ich mal die Fahrleistungen mit dem 335 Cabrio Automatik vergleiche:
19PS mehr,
35NM mehr
Gewicht fast gleich
Beschleunigung eindeutig schlechter trotz 4x4
vom Verbrauch sprechen wir gar nicht.

4x4 Kostet Leistung und Verbrauch, klar. Aber lass mich ohne aufs Preisgefüge zu achten die Technik mal mit meinem Flachkäfer vergleichen: habe auch 4x4, habe nen Liter mehr Hubraum, mehr Leistung und keinen Turbo, nicht viel weniger KG, deutlich weniger Verbrauch. Was macht Opel falsch? Ich will das Konzept dabei nicht unbedingt kritisieren, aber für einen Mittel-Oberklassewagen sind das doch beunruhigende Zahlen. Auch wenn ich mit anderen Herstellern vergleiche. Nochmal, hat Opel kein Effizienzprogramm wie andere Hersteller? Der Vebrauch zur gebotenen Leistung erschreckt mich.

ThunderRoad 07.07.2012 17:03

Zitat:

Zitat von VANDIT (Beitrag 2951611)
Ich find es lustig, dass sich der Opel am 535i messen muss. Anscheinend spielen 26.000 Euro Mehraufpreis für den BMW keine Rolle. Auch ist der Opel verglichen mit dem 335xi ca. 14.000 Euro lt. Liste günstiger,...

Was für eine Liste hast Du da? Der Insignia OPC 5-türer kostet laut Liste 47.600€. Ein 535i (ohne x, aber mit M :) ) kostet 55.800€. Beide ohne Sonderausstattungen (außer M-Paket für 5000€), und der Opel hat sicher eine bessere Serienausstattung als der 535i. Aber mindestens die 8000€ Unterschied im Grundpreis bekommst Du nach 3 Jahren beim Verkauf wieder raus.
Den Allradantrieb kann man sich beim 5er schenken, beim Insignia hat man keine Wahl. Sinn machts für mich keinen (wenn die Alternative Heckantrieb heißt), sofern man nicht auf der Alm oder im ewigen Eis wohnt.

Ansonsten denke ich schon, daß er mit dem 5er und nicht mit dem 3er verglichen werden sollte. Der Insignia ist 4,83m lang, der 5er 4,89m und der 3er nur 4,62m. Er spielt also in derselben Fahrzeugklasse mit wie 5er, E-Klasse, A6 und auch Passat und Mondeo. Die letzteren eben in der "gut und günstig"-Klasse, die erstgenannten im Premium-Segment.

P.S: Mein 325i mit 100 PS und 300kg weniger kommt laut Werksangabe praktisch gleich schnell auf 100km/h wie der OPC mit Automatik. Mit Schaltgetriebe schafft es der OPC dann aber doch noch in ordentlichen 6,0s.

Flashbeagle 07.07.2012 17:51

Zitat:

Zitat von Martin (Beitrag 2951682)
Was macht Opel falsch? Ich will das Konzept dabei nicht unbedingt kritisieren, aber für einen Mittel-Oberklassewagen sind das doch beunruhigende Zahlen. Auch wenn ich mit anderen Herstellern vergleiche. Nochmal, hat Opel kein Effizienzprogramm wie andere Hersteller?

Es wird in manchen Threads schon mal so getan, als wenn Opel in der Qualität zugelegt hätte, aber im Vergleich zum Wettbewerb sehe ich eigentlich nur, dass Opel immer weiter abfällt.
Früher lag Opel wenigstens bei Preis/Leistung und beim Verbrauch und Fahrleistungen vorne. Bessere Aerodynamik, effiziente Motoren.
Aber da ist nichts mehr von übrig.

Momentan zeichnet sich Opel dadurch aus, dass sie schwerer und außen eine Klasse größer als innen sind.
Die logische Konsequenz ist halt ein höherer Verbrauch bei schlechteren Fahrleistungen.
Die Quittungen bekommt Opel auch bei den Zulassungszahlen.

Zitat:

Zitat von ThunderRoad (Beitrag 2951687)
Ansonsten denke ich schon, daß er mit dem 5er und nicht mit dem 3er verglichen werden sollte. Der Insignia ist 4,83m lang, der 5er 4,89m und der 3er nur 4,62m.

Fahrzeuglänge ist doch nicht das absolute Kriterium.
Der Wagen hat weder das Niveau, oder den Platz für Passagiere wie E-Klasse und Co.

Halunke 07.07.2012 18:29

Wobei man auch fairerweise sagen muss, dass der Insignia OPC sicher nicht dazu gedacht war,
das Unternehmen wieder auf Erfolgskurs zu lenken ;)

Wenn ich mir den neuen bzw. aktuellen Astra ansehe, so lässt sich dieser viel eher mit Golf
und 1er BMW vergleichen.

freakE46 07.07.2012 22:24

Zitat:

Zitat von Flashbeagle (Beitrag 2951707)
Früher lag Opel wenigstens bei Preis/Leistung und beim Verbrauch und Fahrleistungen vorne. Bessere Aerodynamik, effiziente Motoren.
Aber da ist nichts mehr von übrig.

Ja, früher - also bis Anfang der 90er Jahre. Aber das ist verdammt lange her. ;)

Seitdem ging es bei Opel sowohl bergab als auch bergauf. Die Zwangsehe mit GM hat seine guten und schlechten Seiten, vor allem technisch hinkt Opel eindeutig der Konkurrenz hinterher, versucht aber trotz allem einen eigenen Weg zu finden. Die seit dem Insignia neu lancierten Modelle tragen eine avantgardistische, stilsichere Handschrift, die vom grauen Schleier vergangener Tage nicht mehr viel erkennen lässt. Die Nachteile von vordergründiger Optik und veralteter Technik sind uns ja hinlänglich bekannt, beispielsweise mageres Raumangebot und schlechte Ergonomie.

Nun stellt sich eben die Frage: Will man praktisches, aber nüchternes und etwas altbackenes Design (z.B. Vectra C Caravan, erste Meriva-Generation) - oder will man die üppigen, fließenden und modischeren Formen der neuen Generation? Die potenzielle Kundschaft teilt sich auch hier in zwei Lager: Die eine Seite begrüßt es (gut für Opel), die andere Seite wendet sich zurecht ab (schlecht für Opel). Aus meiner Sicht eher eine Patt-Situation, die aber eindeutig das Image der Marke schärft...

Rein qualitativ ist Opel ohnehin auf dem besten Weg, nicht zuletzt seit dem auch im Alter relativ problemfreien Vectra C. Die neuesten Modelle müssen sich zwar erst noch beweisen, jedoch gab es technisch keine weitumfassenden Änderungen oder Einsparprogramme, was eine Verschlechterung der Langzeitqualität vermuten lassen würde.

Zitat:

Zitat von Flashbeagle (Beitrag 2951707)
Momentan zeichnet sich Opel dadurch aus, dass sie schwerer und außen eine Klasse größer als innen sind.
Die logische Konsequenz ist halt ein höherer Verbrauch bei schlechteren Fahrleistungen.
Die Quittungen bekommt Opel auch bei den Zulassungszahlen.

Auf jeden Fall. Der Joker in der Hinterhand ist hierbei jedoch das gefällige Design, fernab der VW-Langeweile. Aber auch hier sticht Opel eben keinesfalls hervor, sondern lässt mittels der Optik von den konstruktionsbedingten Nachteilen der eher unpraktischen neuen Modelle ablenken.

Zitat:

Zitat von Flashbeagle (Beitrag 2951707)
Fahrzeuglänge ist doch nicht das absolute Kriterium.
Der Wagen hat weder das Niveau, oder den Platz für Passagiere wie E-Klasse und Co.

Richtig, zur Klasseneinteilung gibt es sehr viel mehr Kriterien. Z.B. Plattform, Motorenpalette, Marktausrichtung, Preisniveau...

Der Insignia sollte zum Beispiel den Vectra ablösen, dabei jedoch ehemalige Omega-Käufer wieder zu Opel locken. Der Versuch mit dem Signum ging ja reichlich schief, dies sollte der Insignia nun begradigen. Ein ganz großer Opel, zum Beispiel mit einer teuren, schweren Heckantriebsplattform, würde für die Rüsselsheimer keinen Sinn machen, also folgte eine Art Zwischenlösung. Aufgrund des Längenwachstums der Konkurrenz, zum Beispiel bei VW oder Ford, findet der große Opel Gegner, die 100% auf seine Ausrichtung passen.

Da sich Fahrzeuggröße und Leergewicht, sogar so manche Technik-Features, auf einem ähnlichem Niveau eines aktuellen 5er bewegen, ist ein gewisser Vergleich - bezugnehmend auf Fahrleistungen und Verbrauch - durchaus stattgegeben. Preislich ergeben sich selbstredend gewisse Unterschiede. Der Insignia ist eben auch aus Sicht von Opel kein 5er-Konkurrent, sondern nimmt die größere Mittelklasse in Form von Passat, Avensis, 508, Mondeo etc. ins Visier.

Uberto 08.07.2012 15:12

Opel hätte jedoch mal bei diesem Sondermodell ruhig die geballte Ingenieurskunst spielen lassen können und hier Leichtbau und Effizienz anbieten. Aber scheinbar galt es nur einen Wagen mit über 300PS auf die Beine zu stellen, der ein tolles Auftreten in der Tunerfraktion bietet ab Werk.
Solche Modelle bringt Opel zur Zeit ja genügend, wie im Corsa mit den Colour-Editions oder dem Astra OPC, Corsa OPC und Insignia OPC. Optisch mit gutem Tunerauftritt, aber unterm Blech mit alter Technik und keinerem besonderen Highlight.

Was das Getriebe angeht, kann ich auch nicht verstehen, warum man bei einem solchen "sportlichen" Modell eine 6-Stufen Wandlerautomatik verbaut...

Es ist schon sehr schade den stetigen Verfall der Marke mit dem Blitz zu verfolgen. Früher noch der Spitzenreiter bei Technik und Verkaufszahlen, jetzt nur Mittelmaß mit gehörigem technischen Abstand zur Konkurrenz. Einen Opel als Benziner würde ich nie kaufen, wenn dann nur die CDTI-Diesel, da diese noch einigermaßen mit den Kokurrenztriebwerken mithalten kann. Ford ist meiner Meinung nach aktuell stark an Opel vorbeigezogen, auch wenn diese ebenfalls starke Probleme hatten. Jedoch bieten sie nun wirklich gute Fahrzeuge mit aktueller Technik. So sind Mondeo und der Focus absolut hervorragend!

driver 7 08.07.2012 19:55

Zitat:

Zitat von Martin (Beitrag 2951682)
4x4 Kostet Leistung und Verbrauch,

Hat dafür auf den ersten Metern Vorteil
Neue variable 4x4, brauchen noch geringfügig mehr

Zitat:

Zitat von ThunderRoad (Beitrag 2951687)
P.S: Mein 325i mit 100 PS und 300kg weniger kommt laut Werksangabe praktisch gleich schnell auf 100km/h wie der OPC mit Automatik. Mit Schaltgetriebe schafft es der OPC dann aber doch noch in ordentlichen 6,0s.

0,5 Sekunden differenz Schalter Automat, sind auch nicht mehr Zeitgemäss, dass 335 Cabrio hatte 2007, 0,2sec. Schalter vs. 6 Gang Automat

Zitat:

Zitat von Halunke (Beitrag 2951724)
Wobei man auch fairerweise sagen muss, dass der Insignia OPC sicher nicht dazu gedacht war,
das Unternehmen wieder auf Erfolgskurs zu lenken ;)

Aber aus meiner Sicht sollte Opel mit dem OPC, ein technisch hochwertiges Fahrzeug Wie die M-Gmbh, AMG oder Quattro GmbH anbieten und nicht ein TBL Fahrzeug

Diese Fahrzeuge sind doch auch eine Visitenkarte, was ein Autobauer kann.

freakE46 08.07.2012 21:47

Zitat:

Zitat von driver 7 (Beitrag 2951981)
Hat dafür auf den ersten Metern Vorteil
Neue variable 4x4, brauchen noch geringfügig mehr

Den Mehrverbrauch konnte ich zwischen 530d und 530d xDrive auch gut feststellen - aber auch dort sind es vielleicht allenfalls 0,5 Liter Unterschied.

Zitat:

Zitat von driver 7 (Beitrag 2951981)
Aber aus meiner Sicht sollte Opel mit dem OPC, ein technisch hochwertiges Fahrzeug Wie die M-Gmbh, AMG oder Quattro GmbH anbieten und nicht ein TBL Fahrzeug

Diese Fahrzeuge sind doch auch eine Visitenkarte, was ein Autobauer kann.

Wenn das deine Sicht der Dinge ist, dann wäre die jeweilige Basis - also der AG-BMW oder der normale Opel - ebenfalls vergleichbar. Das sind sie aber schon allein vom Preisniveau her nicht. Ein OPC ist also ein "extremer" Opel und eigentlich kein High-End-Produkt im Stile eines AMG.

Martin 09.07.2012 06:25

Zitat:

Zitat von driver 7 (Beitrag 2951981)
Neue variable 4x4, brauchen noch geringfügig mehr

Mehrverbrauch resultiert ja nicht nur aus dem Allradantrieb an sich, elektronisch geregelt dürfte der das mindeste ausmachen, sondern schon alleine aus dem zusätzlichen Gewicht. Das sind leider nicht nur 20kg.

Fastisfast2fast 13.11.2012 19:28

Oops, diesen interessanten Fahrbericht habe ich jetzt erst entdeckt :top:.
Zitat:

Zitat von youngdriver (Beitrag 2951610)
WEnn ich schon 6-Stufen Automatik lese geht bei mir der Laden runter. Entweder da klatscht man ein DKG dran oder eine 8-Gang Wandler aber keine uralte 6-Stufen Wandler. Kein Wunder kommt der nicht in die Puschen.

Die Opamatik hat OPEL glücklicherweise erst sehr spät ins Insignia OPC-Programm aufgenommen. Leider geht das Teil auch mit manuellem 6-Gang-Getriebe nicht gerade berauschend für nominell 325 PS. Andererseits sind 1 oder 1 1/2-Jährige Insignia OPC schon verdammt günstig bepreist. Vergleichbare 335i (ohne Opamatik übrigens genauso rar wie ohne Pornodach) oder S4 sind da deutlich teurer, das macht um die EUR 10k aus. So traurig es ist, aber ich fürchte dieses kurze Video zwischen Insignia OPC und 330dx gibt die "Performance" des OPC imo leider recht authentisch wieder: http://www.youtube.com/watch?v=DvUzlCU_O90

Ergänzend sollte vielleicht noch erwähnt werden, das die Raumökonomie des Insignias sehr schlecht ausfällt. Speziell bei den voluminösen (aber sehr guten!) RECARO-Sitzen, schrumpft die Beinfreiheit im Fond auf VW Polo-Niveau. Leider keine Übertreibung:heul:. Zudem raubt die riesige Monster-Heckklappe viel an Laderaumlänge. Naja, vielleicht lernt OPEL ja aus konzeptionellen Fehlern. Zu wünschen wäre es den Hessen. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt ;)!

KingofRoad 13.11.2012 20:17

Zitat:

Zitat von Uberto (Beitrag 2951230)
Will der Fahrer das Potential des OPC einmal komplett ausloten, heißt es im Prospekt er solle dazu den OPC-Button drücken und das gesamte Leistungsspektrum dieses "Ausnahmesportlers" könne dann erlebt werden. Was sich dann jedoch tun soll nach drücken des OPC-Knopfs erschließt sich mir nicht. Ja, das Fahrwerk ist nun bretthart und die Beleuchtung des Instrumentenkombi wechselt auf die Farbe rot, aber mehr passiert da dann auch nicht. So spricht das Triebwerk nicht direkter an oder die Automatik wechselt schneller die Gänge, nein davon passiert leider nichts!

Von meiner - zugegebenermaßen recht kurzen - Testfahrt habe ich da eine andere Erinnerung. Da hat der OPC-Schalter das Ansprechverhalten ordentlich verändert. Ohne Ruckeln war da ein Anfahren kaum möglich.

wie 15.11.2012 08:54

Zitat:

Zitat von freakE46 (Beitrag 2951767)
Der Insignia ist eben auch aus Sicht von Opel kein 5er-Konkurrent, sondern nimmt die größere Mittelklasse in Form von Passat, Avensis, 508, Mondeo etc. ins Visier.

Ein 5er Konkurrent ist er ganz sicher nicht, aber auch sonst verstehe ich das Konzept nicht so ganz.

Hier fahren die Außendienstler Passat oder Insignia, Bereichsleiter Audi oder BMW. Da der GWV, den ich für den Audi abdrücke mehr als satt ist, habe ich mal kurz mit der Idee gespielt, als nächstes vielleicht einen gut ausgestatteten Insignia zu nehmen und unterm Strich Geld zu sparen. Als ich den Preis im Konfigurator gesehen habe, habe ich aber nicht schlecht gestaunt. :eek:

Sport-Ausstattung, 2L Diesel mit 195 PS, Allrad, Schaltgetriebe, Voll-Leder sind wir bei knapp 47.000 € :apaul:

Mal zum Vergleich: ein 320d, x-Drive, Sport-Line, Leder, Xenon und mit der Ausstattung, die mir reicht (klar ist in dem Opel viel mehr serienmäßig, von dem ich vieles aber nicht brauche) sind wir bei knapp 49.000 €.

Da ist das Thema Opel aber sowas von fix erledigt.

Halunke 15.11.2012 09:11

Ich denke mittlerweile muss man eringestehen, dass der potenzielle 3er Fahrer keinen Insignia möchte, von Außnahmen mal
abgesehen.
Der Opel ist kein schlechtes Fahrzeug, jedoch einfach keine Alternative zu den Fahrzeugen der gleichen Klasse (A4, 3er, C-Klasse).
Das fängt beim Design an und hört bei der Motorisierung auf.

Hier am Beispiel des OPC sieht man doch sehr gut, wie in die Jahr gekommen das Fahrzeug mit dem Motor doch ist.
325PS, 6-Gang-Automatik und böse Spoiler reichen einfach nicht um zu Überzeugen.

Als Reisefahrzeug ist der Insignia echt angenehm, bin in bisher 2x über längere Strecke gefahren. Ein BMW ist dann doch was
anderes, wobei erstmal egal ist, ob man an der Ampel schneller als 330d ist oder nicht.

VANDIT 15.11.2012 10:45

Zitat:

Zitat von wie (Beitrag 2981449)
Da ist das Thema Opel aber sowas von fix erledigt.

Listenpreis?

Bei uns gibts große Nachlässe bei Opel, zb. Insignia 10.000 Euro günstiger, da kommt BMW nicht mit. Für einen fast vollen Insignia (Leder, Navi, Xenon m. Kurvenlicht, Automatik, 19" Felgen) gibts gerade mal einen nackerten 316d.

wie 15.11.2012 10:56

Zitat:

Zitat von VANDIT (Beitrag 2981477)
Listenpreis?

Bei uns gibts große Nachlässe bei Opel, zb. Insignia 10.000 Euro günstiger, da kommt BMW nicht mit. Für einen fast vollen Insignia (Leder, Navi, Xenon m. Kurvenlicht, Automatik, 19" Felgen) gibts gerade mal einen nackerten 316d.

Jep, Listenpreis. Die Nachlässe sind in dem Fall uninteressant, da sich der GWV auf den Nettolistenpreis berechnet.

Fastisfast2fast 15.11.2012 17:02

Zitat:

Zitat von wie (Beitrag 2981479)
Jep, Listenpreis. Die Nachlässe sind in dem Fall uninteressant, da sich der GWV auf den Nettolistenpreis berechnet.

Die Kunden dürsten heute nach großen Nachlässen beim Händler. So kommt es zu den Mond-Listenpreisen. Für Geschäftwagenmodelle, die sich nach Listenpreis richten ist das genauso tödlich wie für die steuerliche 1%-Regelung.

Im realen Automarkt bekommt man einen OPEL Insignia freilich wesentlich günstiger als einen 3er BMW, sofern man das Wort "Nachlass" einigermaßen deutlich aussprechen kann oder direkt beim Internet-Händler kauft.

OPEL fehlt es an Geld für großartige Entwicklungen. Da mag eine Verkehrszeichen-Erkennung noch drinnen sein, ein moderner Benzin-Motor hingegen nicht. Den Umsatz erwirtschaften heute ohnehin die Diesel und die sind bei OPEL ja einigermaßen zeitgemäß. Auf eine 9-Gang-Opamatik kann man imo getrost verzichten, wenngleich man im Autoquartett damit ganz vorne wäre :D.

wie 15.11.2012 19:15

Zitat:

Zitat von Fastisfast2fast (Beitrag 2981599)
Die Kunden dürsten heute nach großen Nachlässen beim Händler. So kommt es zu den Mond-Listenpreisen. Für Geschäftwagenmodelle, die sich nach Listenpreis richten ist das genauso tödlich wie für die steuerliche 1%-Regelung.

In Anbetracht der Tatsache, dass bei BMW afaik 60% der Neuzulassungen Geschäftswagen sind, ist eine solche Preispolitik letzlich aber eine ziemlich Eselei.

youngdriver 15.11.2012 20:25

Yep, der böse GWV! Käme auch nie auf die Idee für ein nicht Premium Fahrzeug den hohen GWV zu zahlen. Der GWV wird umso attraktiver umso geringer die Rabatte für das Fahrzeug sind. Eigentlich müssten wir alle Q5 fahren :D

J.M.G. 07.02.2013 15:11

Der Vergleich zum vermeintlich schnelleren 535i schlägt in meinen Augen aus zwei Gründen fehl:

1. Messwerte
Der Insignia OPC beschleunigte in der Autobild Sport's Cars 10/2009 in 22,8s auf Tempo 200 und ist damit genau so schnell gewesen wie der 535i in der AMS 09/2010. Der 535i schleppte in dem Test nicht mal den schweren xdrive Allradantrieb mit rum.

2. Klassenvergleich
Auch wird der Insignia nie einem Vergleich zum 5er standhalten können - das soll er auch nicht. Kernwettbewerber ist der 3er!

Zudem möchte ich anmerken, dass einige viel zu kurz springen, wenn sie von einem veralteten Triebwerk beim Opel sprechen und gleichzeitig bei BMW die Modernität loben. So hatte der 2.8T bereits 2005 bei seiner Vorstellung einen Mitsubishi Twin-Scroll-Turbolader, wie ihn BMW erst Jahre später im N55 einsetzte! Hier herrscht also technologischer Gleichstand.

Ganz so doof ist man also bei GM auch nicht - auch wenn ich in allen übrigen Punkten mitgehe: Zu schwer, zu müde, die Kiste.

Fastisfast2fast 07.02.2013 16:55

ad 1.:

Meßwerten in Auto-Gazetten schenke ich keinen Glauben mehr, insbesondere wenn es sich um aufgeladene Autos handelt. Mittlerweile dürfte sich herumgesprochen haben, dass ausgebuffte Hersteller der Presse stets besonders gut gehende Exemplare hinstellt. Das Zauberwort heißt hierbei Ladedruck ;).

sport auto dämmt diese Entwicklung ein, da sie nun vermehrt Pressefahrzeuge auf den Leistungsprüfstand schickt. Die dort entstehenden Werte sind zwar auch umstritten, können aber zumindest eine grobe Richtung aufzeigen. Wenn die Messungen am selben Tag auf dem selben Prüfstand vorgenommen werden, erlauben sie zumindest einen guten Vergleich zwischen zwei oder mehreren Autos.

Dass Allradantrieb vom Start weg einen Vorteil bietet, wurde hier ja schon in empirischer Breite versucht zu vermitteln. Das Mehrgewicht von ca. 90 kg wird hier i. d. R. mehr als egalisiert. Das Mehrgewicht macht sich eher im Durchzug und natürlich im Spritverbrauch negativ bemerkbar.

Um einen Insignia OPC zu distanzieren, braucht man bei BMW imo keinen 535i mit 306 PS. Da kann man deutlich weiter unten ins BMW-Regal greifen. Warum? Weil der OPEL bleischwer ist und einen typischen Underperformer-Motor besitzt. Vermutlich wird on top auch sein cw-Wert suboptimal sein.

Ergänzung zur Vollständigkeit: Bei der Messung von 0-100 Km/h tricksen viele Hersteller (inkl. BMW) übrigens auch, in dem sie die Übersetzung so wählen, dass die Kiste 100 Km/h im 2. Gang erreicht. Auf der Straße bringen einem derart erzielte Fabelwerte freilich nichts.

ad 2.:

Warum ein ca. 4,90m langer Pampersbomber wie der Insignia Kernwettbewerber von einer ca. 4,60m langen Sportlimousine wie dem BMW 3er sein soll, werde ich wohl nie verstehen :confused:. Eine Fahrzeugklasse definiert sich doch über die äußeren Abmessungen eines Autos. Ansonsten wäre ein FORD Mondeo auch ein direkter Wettbewerber vom BMW Mini, denn beide kosten in jeweils vergleichbar starken Motorisierungen ungefähr das gleiche.

Dass OPEL bei den Innenraum-Abmessungen verwachst hat, steht auf einem anderen Blatt. In der Tat konkurriert der Insignia dort eher mit einem 3er als einem 5er.


Ich will OPEL um Gottes willen nicht bashen. Als Hesse liegt mir das absolut fern. Aber sie hätten imo mehr aus dem Auto machen können. Andererseits ist es für mich völlig verständlich, dass OPEL seine klammen finanziellen Mittel nicht zu allererst in die Entwicklung eines Nischenproduktes wie den Insignia OPC steckt.

J.M.G. 07.02.2013 17:04

Zitat:

Zitat von Fastisfast2fast (Beitrag 3000674)
Meßwerten in Auto-Gazetten schenke ich keinen Glauben mehr, insbesondere wenn es sich um aufgeladene Autos handelt. Mittlerweile dürfte sich herumgesprochen haben, dass ausgebuffte Hersteller der Presse stets besonders gut gehende Exemplare hinstellt. Das Zauberwort heißt hierbei Ladedruck ;).

Diese Einschätzung teile ich. Gleichsam ist der Lader des Insignia bei 325PS mehr oder weniger an der Kotzgrenze. Damit ist dort das Potential für Nachhilfe seitens Opel relativ schnell erschöpft. Zudem ist ja gerade auch BMW für gutgehende Pressefahrzeuge bekannt, womit sich ein vermeintlicher Vorteil des Opel egalisieren würde.

Zitat:

sport auto dämmt diese Entwicklung ein, da sie nun vermehrt Pressefahrzeuge auf den Leistungsprüfstand schickt. Die dort entstehenden Werte sind zwar auch umstritten, können aber zumindest eine grobe Richtung aufzeigen. Wenn die Messungen am selben Tag auf dem selben Prüfstand vorgenommen werden, erlauben sie zumindest einen guten Vergleich zwischen zwei oder mehreren Autos.
Moderne Steuergeräte haben nicht nur Algorithmen zur Erkennung des NEFZ sondern auch einen Prüfstandmodus. Ist dieser entsprechend appliziert, kann man jegliche Leistungsmessung leider vergessen. In naher Zukunft werden davon leider wohl alle Hersteller Gebrauch machen.

Zitat:

Dass Allradantrieb vom Start weg einen Vorteil bietet, wurde hier ja schon in empirischer Breite versucht zu vermitteln. Das Mehrgewicht von ca. 90 kg wird hier i. d. R. mehr als egalisiert. Das Mehrgewicht macht sich eher im Durchzug und natürlich im Spritverbrauch negativ bemerkbar.
Es geht ja auch um den Sprint 50-250. Und dort schlägt der Allrad nicht nur mit höherer Masse sondern mit stärkerer Verlustleistung voll ins Kontor!

Zitat:

Warum ein ca. 4,90m langer Pampersbomber wie der Insignia Kernwettbewerber von einer ca. 4,60m langen Sportlimousine wie dem BMW 3er sein soll, werde ich wohl nie verstehen :confused:.
Es ist freilich eine Definitionssache. Die einen vergleichen nach der Länge, der nächste nach der Leistung. Die Meisten wohl aber nach einer Mischkalkulation aus Innenraumgröße (!), verfügbarer Motorenpalette (!), verfügbarer Sonderausstattungen, Preis usw.

Ich kann mir daher beim besten Willen nicht vorstellen, warum man einen mindestens 184PS starken, fürstlich ausstattbaren, sauteueren 5er gegen einen 110PS starken schlecht entkoppelten, billig verarbeiteten Insignia setzen will. Aber gut, ja, die beiden haben die gleiche Länge.

Nächster Vergleich ist dann wohl: Fendt 211 gegen Mini. Beide sind in etwa gleich lang und gleich stark^^.

freakE46 08.02.2013 00:32

Zitat:

Zitat von J.M.G. (Beitrag 3000650)
Der Vergleich zum vermeintlich schnelleren 535i schlägt in meinen Augen aus zwei Gründen fehl:

1. Messwerte
Der Insignia OPC beschleunigte in der Autobild Sport's Cars 10/2009 in 22,8s auf Tempo 200 und ist damit genau so schnell gewesen wie der 535i in der AMS 09/2010. Der 535i schleppte in dem Test nicht mal den schweren xdrive Allradantrieb mit rum.

Der 535i kann durchaus mehr, trägt allerdings auch nur 306 PS unter der Haube (da darf er sich einen eventuellen Vorsprung schenken). Interessanter für einen Zeitvergleich wären sicherlich Werte gleicher Zeitschriften gewesen, denn hierbei erkenne ich schon deutliche Unterschiede. Die Beschleunigungszeiten der AMS sind oft relativ schlecht, das sieht z.B. in der AB oder in der SA besser aus.

Zitat:

2. Klassenvergleich
Auch wird der Insignia nie einem Vergleich zum 5er standhalten können - das soll er auch nicht. Kernwettbewerber ist der 3er!
Das Problem ist: Der Insignia ist, zwischen den Stühlen als Nachfolger von Vectra und Omega platziert, weder Fisch noch Fleisch - er konkurriert weder mit dem 3er noch dem 5er. Und damit ist jeder Spielraum für eigene Interpretationen durchaus stattgegeben. In Sachen Größe und Technik-Spielereien kann er mit der Oberen Mittelklasse nahezu mithalten, preislisch als auch markenpolitisch (Motorenrange von 110 bis 325 PS) ist er dagegen im klassischen Mittelklasse-Segment angesiedelt. Und damit auch keine "premium-Sport-Limousine" wie der 3er, allein dafür ist er schon zu ausladend und schwer. Da ich persönlich neben der Theorie (Konkurrenz bei BMW: allenfalls der 3er, da der 5er vieeeel zu teuer ist) auch gerne die Praxis betrachte (Fahrleistungswerte), ergeben sich eben abwechslungsreiche Konstellationen. Eine ausgewachsene Limousine mit "Standardmotorisierung" wie eben der 535i lässt sich von eionem martialisch hergerichteten 325 PS-Opel nicht sonderlich viel bieten. Den größeren Fahrspaß hatte ich wohl im BMW, was nicht zuletzt am etwas rumpelig abgestimmten 4x4-Antrieb des Opel lag.

Zitat:

Zudem möchte ich anmerken, dass einige viel zu kurz springen, wenn sie von einem veralteten Triebwerk beim Opel sprechen und gleichzeitig bei BMW die Modernität loben. So hatte der 2.8T bereits 2005 bei seiner Vorstellung einen Mitsubishi Twin-Scroll-Turbolader, wie ihn BMW erst Jahre später im N55 einsetzte! Hier herrscht also technologischer Gleichstand.
Ja, und Twin-Scroll gab es bereits 1973 im 2002 turbo. Das interessiert heute aber niemanden, denn es zählt exakt das, was "hinten" rauskommt. Auch der Opel GT verfügt bei seinem 2,0 Liter Turbo über einen einzelnen Twin-Scroll-Lader, konnte sich damit aber nicht hinreichend in Szene setzen. BMW vereint beim N55 dagegen Valvetronic (Entfall der Drosselklappe) und die weiter optimierten Twin-Scroll-Lader, zusammen mit einer homogenen Benzin-Direkteinspritzung. In der Praxis wird man nicht enttäuscht, denn das Triebwerk bietet bei überraschender Sparsamkeit ein erstaunliches Output und lässt sich angemessen lässig bewegen. Der Opel Ecotec Turbo dagegen vertraute in seiner Performance-Kurve lieber auf höhere Drehzahlen, die ihm in Sachen Leistungsentwicklung (spitzes "Peak") und Laufkultur aber auch nur bedingt lagen. Zur Veranschaulichung gibt Opel Nm- und PS-Maximalwerte sogar zur gleichen Drehzahl N an: 5250 U/min. ;) Mir fällt jetzt kein anderer Fall ein, wo dies ebenso zutrifft.

J.M.G. 08.02.2013 07:07

Zitat:

Zitat von freakE46 (Beitrag 3000771)
Interessanter für einen Zeitvergleich wären sicherlich Werte gleicher Zeitschriften gewesen, denn hierbei erkenne ich schon deutliche Unterschiede.

Hallo und guten Morgen.

Einverstanden - diese Ansicht teile ich völlig. Gerade die Autozeitung fällt immer wieder mit niedrigen Testwerten auf. Das liegt daran, dass sowohl AMS / SA als auch AB mit 200kg Zuladung testen, die AZ hingegen nur mit einer Person an Bord. Also ja, diese Forderung kann man nur unterstreichen. Leider ist sowohl der OPC als auch der 535i nicht beliebig oft auf 200 Sachen vermessen worden, insofern kann ich keine besseren Zahlen nachlegen. :(


Zitat:

Das Problem ist: Der Insignia ist, zwischen den Stühlen als Nachfolger von Vectra und Omega platziert, weder Fisch noch Fleisch - er konkurriert weder mit dem 3er noch dem 5er.
Ist das so? Bereits der Vectra C sollte die Omega-Kunden auffangen, wurde dieser doch bereits 2003, also im ersten Jahr des Vectra, eingestellt. Übrigens auch vor Vorstellung des Signum und Vectra Caravan. Was die Kisten (hatte selber welche) nicht auffangen konnte, war halt bedauerlich. :flop: Opel gab nen feuchten Sch... darauf, Kundschaft zu verlieren - wie schon beim Wegfall von Frontera, Calibra und Senator. Völlig verfehlte Modellpolitik.

Nimmt man sich die Verkaufsargumentationshilfe von Opel zur Seite, so sieht diese im Kernmitbewerb Audi A4, Skoda Superb, BMW 3er, Mercedes C, d.h. Opel selbst versucht gar nicht erst gegen den sehr guten 5er anzustinken (damals sogar "nur" 5er E60!)

Zitat:

Den größeren Fahrspaß hatte ich wohl im BMW, was nicht zuletzt am etwas rumpelig abgestimmten 4x4-Antrieb des Opel lag.
Wobei das jetzt nur Deine subjektive Wertung ist. Der im Opel verbaute Haldex IV mit Sportdifferential gewinnt regelmäßig alle Allradvergleichstests.

Zitat:

Der Opel Ecotec Turbo dagegen vertraute in seiner Performance-Kurve lieber auf höhere Drehzahlen, die ihm in Sachen Leistungsentwicklung (spitzes "Peak") und Laufkultur aber auch nur bedingt lagen. Zur Veranschaulichung gibt Opel Nm- und PS-Maximalwerte sogar zur gleichen Drehzahl N an: 5250 U/min. ;) Mir fällt jetzt kein anderer Fall ein, wo dies ebenso zutrifft.
Der 2.8T wurde 2005 vorgestellt - also zu einem Zeitpunkt, wo der 330i 258PS leistete. Damals war er durchaus wettbewerbsfähig. Die Aufladung des HF V6 übernahm damals Saab, als ausgewiesener Turbo-Spezialist. 2008, zur Einführung des Insignia, war Saab pleite. Eine Überarbeitung des Triebwerks schlug mithin letztlich fehl. Alle weiteren HF V6 wurden damals überarbeitet - so wurde der Bruder 3.6 V6 mit Direkteinspritzung ausgestattet - die Leistung stieg von ~250 auf ~310PS (Sauger). Das alles blieb beim 2.8T aus. Man war halt Pleite.

Stattdessen schraubte man einen größeren Turbo an den Motor. Und jetzt kommt die Krux - Du schreibst von einer anderen Abstimmung. Ist das wirklich so? Der 2.8T stemmt 400Nm zwischen 2000-4200/min. Erst darüber hebt Opel den Ladedruck an für einen kurzen Peak, um überhaupt die Spitzenleistung zu erreichen. Das muss man machen, weil der Motor nicht so drehfreudig ist, wie der famose BMW R6. Insofern sehe ich nicht eine andere Auslegung, sondern schlicht einen überalterten, schlechten Motor, der (gemessen am Konzern) nicht auf dem aktuellen GM-Stand ist. Saab Pleite sei dank.

driver 7 08.02.2013 08:11

Zitat:

Zitat von J.M.G. (Beitrag 3000650)
Zudem möchte ich anmerken, dass einige viel zu kurz springen, wenn sie von einem veralteten Triebwerk beim Opel sprechen und gleichzeitig bei BMW die Modernität loben. So hatte der 2.8T bereits 2005 bei seiner Vorstellung einen Mitsubishi Twin-Scroll-Turbolader, wie ihn BMW erst Jahre später im N55 einsetzte! Hier herrscht also technologischer Gleichstand.

Sorry, heisst es wenn du einen sehr modernen Lader an den Motor schraubst, das es ein moderner Motor ist :rolleyes:

Schaum mal das Leistungsdiagram vom Insignia OPC
und das noch vom N54 Motor , N55 Motor

Schlussendlich intressiert es den "Anwender" wenig, welche Turbotechnik er hat, was in intressiert ist, wie das ganz harmonisch abgestimmt ist und das Laufverhalten des Motores und genau da ist der Unterschied:
alte Turbotechnik (Drehmoment erst bei 2000 U/min gegen ein modernes Downsizing Triebwerk 1300(1200) U/min und oben nochmals ca. 600U/min mehr bis zum Leistungsabfall

Sorry aber wenn du schon schreibst, sie hatten schon 2005 einen Lader verbaut, der BMW erst seit 2009 verwendet. dann frage ich mich, warum haben sie nichts daraus gemacht.

Laut Spritmonitor alle Handgeschaltenen 335 Durchschnitt 11.08 Liter
Laut Spritmonitor alle Insignia OPC 13.59 Liter

J.M.G. 08.02.2013 08:18

Zitat:

Zitat von driver 7 (Beitrag 3000794)
Schlussendlich intressiert es den "Anwender" wenig, welche Turbotechnik er hat, was in intressiert ist, wie das ganz harmonisch abgestimmt ist und das Laufverhalten des Motores und genau da ist der Unterschied:
alte Turbotechnik (Drehmoment erst bei 2000 U/min gegen ein modernes Downsizing Triebwerk 1300(1200) U/min und oben nochmals ca. 600U/min mehr bis zum Leistungsabfall

Das "Downsizing-Triebwerk hat mehr Hubraum als der Opel-Motor. Und ja, dem Opel fehlt die Direkteinspritzung. Zwischen 2000 und 5000/min stellt der Opel mindestens genausoviel Saft wie der BMW bereit, zwischen 4200 und 6000/min sogar mehr.

Ja, unter 2000/min ist wenig los und über 6000 auch. Und ja, der 3.0 R6 ist mMn der Klassenprimus ohne wenn und aber. Aber die hier skizzierte Unterlegenheit ist überzogen, zumal die Messwerte meine Kritik untermauern.

Zitat:

Laut Spritmonitor alle Handgeschaltenen 335 Durchschnitt 11.08 Liter
Laut Spritmonitor alle Insignia OPC 13.59 Liter
Was keinesfalls am Allrad und dem brutalen Gewicht liegen kann. Ich hatte vor einem Jahr einen 535i als Leihwagen. Wenn der unter 15 auf der Autobahn gefallen ist, war ich froh. Das war immerhin fast nen Liter mehr als beim E 500 Sauger - bei gleicher Fahrweise. Gewicht + Turbo + Leistungsanforderung ist halt so ne Sache.

Touring-Jörsch 08.02.2013 09:17

Zitat:

Zitat von J.M.G. (Beitrag 3000783)
Wobei das jetzt nur Deine subjektive Wertung ist. Der im Opel verbaute Haldex IV mit Sportdifferential gewinnt regelmäßig alle Allradvergleichstests..

Wie Bitte?:confused:

Hast du den Vergleichstest aus der vorletzten Sportauto im Schnee gesehen? Da hat der OPC aber nicht gerade geglänzt, sondern die langsamste Rundenzeit eingefahren.

Hier auch ein schöner Dauertestbericht zum OPC:
http://www.sportauto.de/einzeltests/...r-5998145.html

0 auf 100 in 7,1sec statt angegebenen 6,3. Hut ab! ;) Dazu eine Motorrevision im Wert von über 8000€ und ein Durchschnittsverbrauch von 14,3l.

Echt ein Traumauto...:rolleyes:

J.M.G. 08.02.2013 09:22

http://www.sportauto.de/2-teil-des-a...n-1249650.html

Zitat:

Subjektiv kommt der mit einem quer eingebauten Vierzylindermotor bestückte Insignia 2.0 Turbo 4x4 in der Agilitätswertung gleich hinter dem Mitsubishi Lancer Evolution und dem Audi S4. Dass der extrem leichtfüßig und dabei stets narrensicher agierende Vectra-Nachfolger sich auf dem Handlingkurs dennoch hinter dem weit mehr Arbeit am Volant erfordernden BMW 335i xDrive einreihen muss, ist seinem mit 220 PS vergleichsweise leistungsschwachen Turbomotor geschuldet. Dies erklärt auch das eher mäßige Abschneiden des Hessen in der Beschleunigungsprüfung. Hier fehlt es der Limousine schlicht an Lendenkraft.

...

Wie narrensicher der Insignia selbst bei schnell aufeinanderfolgenden Richtungswechseln auf rutschigem Untergrund ist, beweist das Ergebnis des 18-Meter-Slaloms. Schneller und souveräner als der Hessen- Express durcheilte kein anderes Auto die 180 Meter lange Pylonengasse. Mit 41,3 km/h kann der Opel hier sogar dem Fahrdynamikwunder von Mitsubishi den Schneid abkaufen.
Ich kenne nicht alle Tests, aber genügend, um die Aussage zu treffen. Der Haldex IV mit Hinterachssperre ist so schlecht sicherlich nicht und muss sich keinesfalls vor den x-drive in Alpina B3 und 335iX verstecken.

Hier der nächste Test (SA):
http://www.sportauto.de/testbericht/...n-1806356.html

Hier brennt der OPC die schnellste Zeit in den Schnee - schneller als X6M, Panamera und GTR.

Zitat:

Mit identischen Reifen in moderaterem Format bestückt, zieht die 1,8-Tonnen-Limo überraschend leichtfüßig und elegant des Weges. Kleinste Impulse am Gaspedal reichen aus, um das Heck zum wohl dosierten Mitlenken zu bewegen. Wäre da nicht die zu leichtgängige, etwas gefühllose Lenkung: Der Insignia OPC hätte das Prädikat "besonders wertvoll" verdient. So oder so setzt der gut kontrollierbare Rüsselsheimer, der sich aufgrund der Eleganz seiner Umgangsformen den Titel "Lady unter den Allradlern" verdient, mit 4.27,6 Minuten die Pace auf dem verschneiten Handlingkurs.

Touring-Jörsch 08.02.2013 09:41

Wobei die Schneetest zugegebenermaßen auch immer lustige Resultate bringen. Warum weiß ich allerdings auch nicht. In dem von mir genannten war der Mini Countryman der schnellste, sogar schneller als ein Lancer Evo und ein Audi S4 ;)

Aber der Dauertest vom OPC ist nun wirklich kein Ruhmesblatt. Klar kann der Motordefekt ein Einzelfall sein, die Performance inkl. Verbrauch ist aber alles andere als berauschend.

J.M.G. 08.02.2013 09:58

Man darf halt auch nicht vergessen, dass ich nach über zehn Jahren Opel 2008 die Marke verlassen habe - eben wegen des Insignia. Bis zu zwei Tonnen sind schlicht indiskutabel, bei dem Raumangebot.

Von daher finde ich den 335i auch wesentlich sympatischer. Nur eines ist halt auch unfair und verkürzt gedacht: Den OPC in Grund und Boden zu kritisieren. Er hat einen brauchbaren Allrad, gute Bremsen, ein passables Fahrwerk. Dafür nen überforderten Motor, zu wenig Platz, zu frontlastig usw. - keine Frage.

Uberto 08.02.2013 11:22

Ich bleibe bei meiner Kernaussage, dass der Insignia zwar nicht schlecht ist, aber der OPC außer der Optik und dem gebotenen Platz, kaum überzeugen kann.
Allrad schön und gut, aber so träge wie der OPC auch ist, um so trinkfester ist er einfach. Bei selbem Einsatzprofil wie den OPC habe ich den 335iA xDrive jetzt mit 9,3l gefahren was mal locker 4l/100km weniger ist als beim Rüsselsheimer :rtfm:

Opel ist und bleibt leider auf dem absteigenden Ast, schade!

freakE46 08.02.2013 21:22

Zitat:

Zitat von J.M.G. (Beitrag 3000783)
Ist das so? Bereits der Vectra C sollte die Omega-Kunden auffangen, wurde dieser doch bereits 2003, also im ersten Jahr des Vectra, eingestellt. Übrigens auch vor Vorstellung des Signum und Vectra Caravan. Was die Kisten (hatte selber welche) nicht auffangen konnte, war halt bedauerlich. :flop: Opel gab nen feuchten Sch... darauf, Kundschaft zu verlieren - wie schon beim Wegfall von Frontera, Calibra und Senator. Völlig verfehlte Modellpolitik.

Hallo und guten Abend! :D

Ja und nein. Bereits der Vectra Caravan und der Signum sollten bereits das Erbe des Omega antreten. Was aber in Anbetracht der deutlichst zu erkennenden profanen Basis namens Vectra missglückte. Nur 10 cm mehr Radstand reichen eben nicht aus, ein Fronttriebler ohne weitreichendem Charme blieb es.

Der Insignia tritt da statuierter auf und würde man 10 Jahre im Tifschlag gelegen haben, wäre er der (fast) perfekte Nachfolger des Omega. Aber seitdem hat sich eben viel nach oben entwickelt, die Mittelklasse ist deutlich erwachsener geworden und die großen Limousinen der Brot-und-Butter-Hersteller (Opel, Ford, Peugeot, Renault) sterben aus oder sind bereits lange tot. Die alte Klientel des Vectra wollte man nicht komplett vergraulen, also ist er in seiner Auslegung dann doch streng genommen ein Nachfolger des Vectra. Erst seit letztem Jahr kann wieder auf ein Astra Stufenheck ausgewichen werden, welches diesmal sogar recht attraktiv ist.

Zitat:

Nimmt man sich die Verkaufsargumentationshilfe von Opel zur Seite, so sieht diese im Kernmitbewerb Audi A4, Skoda Superb, BMW 3er, Mercedes C, d.h. Opel selbst versucht gar nicht erst gegen den sehr guten 5er anzustinken (damals sogar "nur" 5er E60!)
Das glaube ich gern, wobei sich Opel da etwas zuviel vornimmt. Gegen den voluminösen Superb (egal ob Generation I oder II) auf verlängerter Golf-Plattform hat der Innenraumwinzling Insignia keine Chance. Und gegen Audi/BMW/Mercedes fehlt das Ansehen und die sportlichen Attribute. Er machte schon einen ordentlichen Eindruck, aber im Detail (Verarbeitungsgüte) spürt man den Rotstift eben dann doch deutlich. Der Kernwettbewerb ist vielmehr Ford Mondeo, VW Passat, Mazda 6, Peugeot 408/508, Renault Laguna, Honda Accord...

Der Vergleich mit dem 535i fiel von meiner Seite lediglich in Bezug auf Performance und Verbrauch. Der 5er ist kaum größer und ähnlich schwer, also sollte man ähnliche Resultate erwarten. Dem ist aber nicht so, der stärkere Insignia OPC fällt subjektiv zurück und verbraucht sehr viel mehr. Im Grunde wollte ich damit auch nur die schiere Größe und das "ordentliche" Gewicht anklagen, der getestete Insignia 4x4 Automatic Sport Tourer wiegt laut Werk bereits 1925 kg. Schockierend! :eek:

Ich wollte eigentlich nur fair sein und den Insignia OPC mit einem Fahrzeug ähnlichem Handicaps vergleichen.

Zitat:

Wobei das jetzt nur Deine subjektive Wertung ist. Der im Opel verbaute Haldex IV mit Sportdifferential gewinnt regelmäßig alle Allradvergleichstests.
Auf der Wintervergleichsrunde in der SA 01/2013 sah es nicht so rosig für ihn aus, mit Abstand letzter Platz auf Schnee...

Aber mein Eindruck ist natürlich subjektiv. Ich fand es verwirrend, wie unausgegoren zwischen Vorder- und Hinterachse der Antrieb reguliert wird. Das geschieht beim hecklastigen xDrive feinfühliger.

Zitat:

Der 2.8T wurde 2005 vorgestellt - also zu einem Zeitpunkt, wo der 330i 258PS leistete. Damals war er durchaus wettbewerbsfähig. Die Aufladung des HF V6 übernahm damals Saab, als ausgewiesener Turbo-Spezialist. 2008, zur Einführung des Insignia, war Saab pleite. Eine Überarbeitung des Triebwerks schlug mithin letztlich fehl. Alle weiteren HF V6 wurden damals überarbeitet - so wurde der Bruder 3.6 V6 mit Direkteinspritzung ausgestattet - die Leistung stieg von ~250 auf ~310PS (Sauger). Das alles blieb beim 2.8T aus. Man war halt Pleite.

Stattdessen schraubte man einen größeren Turbo an den Motor. Und jetzt kommt die Krux - Du schreibst von einer anderen Abstimmung. Ist das wirklich so? Der 2.8T stemmt 400Nm zwischen 2000-4200/min. Erst darüber hebt Opel den Ladedruck an für einen kurzen Peak, um überhaupt die Spitzenleistung zu erreichen. Das muss man machen, weil der Motor nicht so drehfreudig ist, wie der famose BMW R6. Insofern sehe ich nicht eine andere Auslegung, sondern schlicht einen überalterten, schlechten Motor, der (gemessen am Konzern) nicht auf dem aktuellen GM-Stand ist. Saab Pleite sei dank.
Damals war er nahezu auf der Höhe der Zeit. Verbrauchstechnisch ergaben sich eben gewisse Nachteile. So schlecht war der Motor aber damals nicht, Saab hat interessante Turbo-Triebwerke entwickelt.

Der aktuellen Variante mit 435 Nm / 325 PS fehlt es dagegen an fühlbarer Leistung, dem erwarteten Druck von unten und einem souveränen Durcheilen höherer Drehzahlen. Der BMW N54/N55 ab 2006 ist das klar reizvollere Triebwerk. In dieser Leistungsklasse sind mir ansonsten, man nehme es mir nicht übel, keine vergleichbaren Vertreter (wie etwa der 3,6 Liter VR6 VAG) aus eigener Erfahrung bekannt. Nur deshalb erfolgte der Fingerzeig auf den N55.


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