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Motorschaden in Steuererklärung? [Archiv] - BMW-Treff Forum

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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Motorschaden in Steuererklärung?


Michael29
26.02.2007, 23:33
Hallo zusammen,

heute habe ich mit der Februarabrechnung meine Lohnsteuerbescheinigung für 2006 bekommen. Es wird also bald Zeit, die Steuererklärung zu machen. Ich frage mich schon die ganze Zeit, ob ich dabei meinen kapitalen Motorschaden (http://www.auto-treff.com/bmw/vb/showthread.php?postid=1781435#post1781435) dabei geltend machen kann, der mich rund 5.000 EUR gekostet hat.
Damit mich niemand falsch versteht: Mir ist schon klar, dass ich den nicht einfach so von der Steuer absetzen kann. Es taucht aber bei der Steuererklärung immer diese "zumutbare Belastung auf", die so bei um die 8% des Bruttojahreseinkommens liegt. Da fallen scheinbar so Sachen wie Wohnungsbrand, Einbruch etc. drunter. Und ich denke ein Motorschaden bei einem gut gewarteten 8 Jahre alten Auto mit 133.000 km könnte evtl. als besondere Belastung anerkannt werden.
Hat jemand von Euch schonmal einen Motorschaden oder eine ungewöhnlich hohe Reparatur als Privatmann steuerlich geltend machen können?

Vielen Dank und viele Grüße
Michael

Dreidreissiger
27.02.2007, 09:29
Motorschaden als Werbungskosten geht schon mal nicht, weil die Entfernungspauschale Wohnung/Arbeitsstätte Abgeltungswirkung hat und damit alle Kosten abgedeckt sind.

Motorschaden als außergewöhnliche Belastung funktioniert nur, wenn die Fahrt, während der der Motorschaden eingetreten ist, selbst als außergewöhnliche Belastung anzuerkennen wäre (zB Fahrt zum Arzt/Krankenhaus, zu einem pflegebedürftigen Angehörigen). Ohne diesen Zusammenhang werden Schäden an Privatgegenständen nur als agB berücksichtigt, wenn es sich "lebensnotwendige Haushaltsgeräte" handelt, die durch höhere Gewalt beschädigt/zerstört wurden (zB Kühlschrank durch Flut/Hochwasser oder Dacheindeckung bei Schneekatastrophe wie im Winter 05/06).

Ciao
Klaus

Schleicher
27.02.2007, 12:30
Hallo,

Motorschaden als Werbungskosten geht schon mal nicht, weil die Entfernungspauschale Wohnung/Arbeitsstätte Abgeltungswirkung hat und damit alle Kosten abgedeckt sind.
Kann so nicht sein.
Schon seit Urzeiten gibt es den konkreten Posten "Austauschmotor" unabhängig von den Pauschalen.

Mir ist schon klar, dass ich den nicht einfach so von der Steuer absetzen kann.
Doch, s.o..

Inwieweit die derzeitige Regelung bezüglich des konkreten Falles "Austauschmotor" ist, weiß ich auch nicht, sollte aber in WISO etc. klar beschrieben sein.

MfG
Der Schleicher

mueckenburg
27.02.2007, 12:48
Original geschrieben von Schleicher
Hallo,


Kann so nicht sein.
Schon seit Urzeiten gibt es den konkreten Posten "Austauschmotor" unabhängig von den Pauschalen.


Doch, s.o..

Inwieweit die derzeitige Regelung bezüglich des konkreten Falles "Austauschmotor" ist, weiß ich auch nicht, sollte aber in WISO etc. klar beschrieben sein.

MfG
Der Schleicher

Nein.

Bis einschließlich Veranlagungszeitraum 2006 konnte man Unfallkosten, die durch Unfälle auf dem Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte erlitten wurden, steuerlich geltend machen. In diesen Zusammenhang gehört der AT-Motor. Das hat aber mit dem bloßen Kaputtgehen des Motors gar nichts zu tun. Seit diesem Jahr geht übrigens auch das nicht mehr.

Dreidreissigers Ausführungen zum Eingangsfall sind absolut richtig.

Dreidreissiger
27.02.2007, 13:12
Wiso und ähnliche Steuerprogramme sind durchaus mit Vorsicht zu genießen.
Ich habe vor meinem Beitrag - man weiß schließlich auch nicht alles auswendig - ein bißchen nachgelesen und zwar im "Schmidt", genauer bei Drenseck, in: Schmidt, Kommentar zum Einkommensteuergesetz, 24. Auflage, München 2005, § 9 Rn. 126.
Der "Schmidt" ist quasi die Bibel im Einkommensteuerrecht.

Wenn´s im Wiso-Programm so und im Schmidt anders steht, würde ich mich ziemlich blind auf den Schmidt verlassen :D ;)

Ciao
Klaus

mueckenburg
27.02.2007, 13:31
@Klaus

:top: :D

Hast aber eine alte Ausgabe. :D In der 25. A. steht aber das gleiche. Herr Drenseck hat seine Meinung also nicht geändert. ;)

Schleicher
27.02.2007, 13:44
Hallo,

weiß zwar ned was :top: jetzt soll, aber egal.

Es geht um den Veranlagungszeitraum 2006 (keine Ahnung wofür Ihr Eure aktuelle Erklärung abgebt...), da besteht offensichtlich noch die Möglichkeit derartige Kosten anzusetzen, wenn die Vorraussetzungen stimmen.

Also Sachlage abklären und weiter sehen.

MfG
Der Schleicher

zaphod_b
27.02.2007, 13:46
Der Schaden kann sehr wohl geltend gemacht werden, aber nur im Rahmen einer Art aussergewöhnliche AfA. Dafür muss der Schaden für die Fahrleistung unüblich sein, und da fängt das Problem an. Denn letzlich ist das FA der Meinung das es selber festlegen kann was als unüblich zu gelten hat. Aber einen Versuch ist es allemal wert, schaden kann es nicht.

mueckenburg
27.02.2007, 13:47
Original geschrieben von Schleicher
Es geht um den Veranlagungszeitraum 2006 (keine Ahnung wofür Ihr Eure aktuelle Erklärung abgebt...), da besteht offensichtlich noch die Möglichkeit derartige Kosten anzusetzen, wenn die Vorraussetzungen stimmen.

Also Sachlage abklären und weiter sehen.


*seufz*

Gut, also: Die Voraussetzungen sind nicht gegeben.

Dreidreissiger
27.02.2007, 13:58
Original geschrieben von zaphod_b
Der Schaden kann sehr wohl geltend gemacht werden, aber nur im Rahmen einer Art aussergewöhnliche AfA. Dafür muss der Schaden für die Fahrleistung unüblich sein, und da fängt das Problem an. Denn letzlich ist das FA der Meinung das es selber festlegen kann was als unüblich zu gelten hat. Aber einen Versuch ist es allemal wert, schaden kann es nicht.

1. Den Begriff "außergewöhnliche AfA" gibt es nicht: entweder außergewöhnliche Belastung oder AfA.
2. Motorschaden als agB geht nicht, wie ich schon geschrieben habe. Wer´s nicht glaubt: wiedermal der Herr Drenseck, in Schmidt: Kommentar zum Einkommensteuergesetz, diesmal unter § 33 Rn. 35 Stichwort "Fahrzeugkosten" und "Unfall".

Ciao
Klaus

zaphod_b
27.02.2007, 14:07
Natürlich gibt es den Begriff nicht, deswegen habe ich das ja auch so umschrieben. :rolleyes:
Du hast aber insofern recht als es nicht mehr geht, aber es ging.
Zu meinem Erschrecken musste ich nämlich gerade auch folgendes lesen:

Kein Abzug der Unfallkosten neben der Entfernungspauschale
Ab 2007 können die durch einen Unfall auf dem Weg zur Arbeit verursachten Kosten nicht mehr wie bisher als Werbungskosten zusätzlich zur Entfernungspauschale geltend gemacht werden.

Das Abzugsverbot gilt unabhängig davon, ob die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mehr als 20 km beträgt oder nicht.

Mit der Entfernungspauschale sind sämtliche Aufwendungen abgegolten, die durch die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte und Familienheimfahrten entstehen. Dies gilt z. B. auch für Parkgebühren, für das Abstellen des Kraftfahrzeugs während der Arbeitszeit, für Finanzierungskosten sowie für die Kosten eines Austauschmotors bei einem Motorschaden auf einer Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstätte oder einer Familienheimfahrt.

Jetzt bin ich endgültig überzeugt das diese Deppen in Berlin der völligen Verblödung anheimgefallen sind.
Hier hilft wohl wirklich nur noch beim nächsten entsprechenden Schaden und der darauf folgenden Ablehnung durch das FA den kompletten Klageweg bis zum BGH zu gehen in der Hoffnung das denen mal wieder eines ihrer unausgegorenen Gesetze um die Ohren geschlagen wird :kpatsch: :kpatsch: :kpatsch:

Dreidreissiger
27.02.2007, 14:10
Fahrten Wohnung/Arbeitsstätte und außergewöhnliche Belastung sind sowieso zwei Paar Stiefel: vorrangig sind Werbungskosten (wie zB Fahrten W/A) und nachrangig sind agB.

Ciao
Klaus

Michael29
27.02.2007, 19:46
Danke für die vielen Tipps. Die Fahrt wo das passiert ist war selbst keine außergewöhnliche Belastung und noch nichtmal im Zusammenhang mit dem Arbeitsweg. Werde es trotzdem mal mit einreichen, auch wenn meine Chancen wohl gegen null tendieren :(

Viele Grüße
Michael